MRI-Produktmonitoring: Weniger Salz im Brot
Die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten (NRI) zeigt offenbar Wirkung. Das legt der jüngste Ergebnisbericht nahe, den das Max Rubner-Institut (MRI) am Freitag (17.7.) vorgelegt hat. Demnach zeigt sich etwa in der Produktgruppe Brot und Kleingebäck, dass die Gesamtstichprobe eine statistisch signifikante Verringerung des mittleren Salzgehalts gegenüber der Basiserhebung von 2016 aufweist.

Foto: pixabay
Bei Wurstwaren registrierte das MRI neben Reduktionen im Salzgehalt gegenüber 2020 und 2023 auch eine Erhöhung des Gehaltes an gesättigten Fettsäuren im Vergleich zu 2016.
Bei Frühstückscerealien ist laut dem Bericht der mittlere Fettgehalt gegenüber der Basiserhebung 2016 statistisch signifikant gestiegen, während der Gehalt an gesättigten Fettsäuren im Vergleich zu 2022 statistisch signifikant verringert wurde. Auch der mittlere Zuckergehalt von Frühstückscerealien ist im Vergleich zur Basiserhebung und zur ersten Folgeerhebung gesunken.
Minhoff bleibt beim Nein zur Zuckersteuer
Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um die Zuckersteuer unterstreichen die Ergebnisse aus Sicht des Hauptgeschäftsführers des Lebensmittelverbandes Deutschland, Christoph Minhoff, den Wert des freiwilligen Ansatzes der NRI. „Wo Reformulierungen technologisch sinnvoll und für Verbraucher akzeptabel sind, werden sie umgesetzt“, betonte Minhoff. Nach seinen Worten ist die Produktentwicklung ein kontinuierlicher Prozess. Rezepturen änderten sich nicht auf Knopfdruck. Vielmehr seien dafür Forschung, Zeit und Investitionen notwendig.
Minhoff bekräftigte zugleich seine Ablehnung einer Zuckersteuer: „Wer trotz dieser Erfolge dennoch einen politischen Kurswechsel vollzieht und eine Zuckersteuer einführt, konterkariert den bisherigen Erfolgsweg, verspielt das Vertrauen der Hersteller und macht die Grundlage für weitere freiwillige Reformulierungen obsolet“, unterstrich der Hauptgeschäftsführer.
Gesamtbewertung zum Jahresende
Im Fokus der 2018 verabschiedeten NRI stehen verarbeitete Lebensmittel. Sie sollen weniger Energie, Zucker, Fette und Salz enthalten. Besonders im Blick stehen dabei Produkte, die sich explizit an Kinder richten. Die Lebensmittelwirtschaft hat sich verpflichtet, bis Ende 2025 bestimmte Reduktionsziele zu erreichen. Eine Gesamtbewertung ist für den Abschlussbericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums Ende 2026 vorgesehen. AgE