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Nachhaltige Sojabohnen: Zertifizierungssysteme häufig lückenhaft

4. September 2023

Viele Nachhaltigkeitsstandards für Sojabohnen weisen gravierende Defizite auf. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie, die der World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland in Zusammenarbeit mit der niederländischen Forschungsorganisation Profundo und der Welt-Naturschutzunion (IUCN) durchgeführt hat.

Bild von Julio César García auf Pixabay

Demnach erfüllten von insgesamt 20 untersuchten freiwilligen Zertifizierungssystemen und Richtlinien nur sieben die grundlegenden Nachhaltigkeitskriterien, nämlich die Standards Round Table on Responsible Soy (RTRS), Donau Soja, Europe Soya, ProTerra und ProTerra Europe sowie International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) EU und ISCC Plus. Bewertet wurden unter anderem Kriterien wie Entwaldung, Verlust von Biodiversität, soziale Belange und Menschenrechte sowie Rückverfolgbarkeit. Nach Ansicht der WWF Deutschland-Referentin für nachhaltige Agrarrohstoffe, Maja-Catrin Riecher, steht der Sojaanbau vor diesem Hintergrund größtenteils noch für Entwaldung und Naturzerstörung in vielen Regionen der Welt. „Wir müssen sicherstellen, dass Nachhaltigkeitsversprechen nicht nur Lippenbekenntnisse sind, sondern echten Schutz für die Menschen vor Ort und die Natur bringen“, betonte Riecher. Die gravierenden Probleme und negativen Folgen würden jedoch von den großen deutschen Herstellern für Tierfutter, den Verarbeitern und dem Handel bisher größtenteils ignoriert. Besorgniserregend ist Riecher zufolge vor allem die mangelnde Rückverfolgbarkeit. Diese sei eine wichtige Voraussetzung für die Einhaltung der künftigen EU-Vorschriften und die Absicherung der unternehmerischen Sorgfaltspflichten. Die Studie beziffert den Umfang des globalen Sojaanbaus für 2021 auf rund 130 Mio ha. Nur 3 % des betreffenden Areals seien nach Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert. Die Untersuchung wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt. AgE

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