Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Österreich plant Halbierung

22. Januar 2026

Im Kampf gegen die Verteuerung von Lebensmitteln schlägt die Regierung in Österreich einen neuen Weg ein. Geplant ist eine dauerhafte Absenkung der Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel; der Steuersatz soll von 10 auf 5% halbiert werden. Der Handelsverband erwartet dadurch „spürbare Auswirkungen auf die Preise“. Zu Gegenfinanzierung sollen eine Abgabe auf nicht recycelbares Plastik sowie eine „Paketabgabe“ für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern wie China eingeführt werden.

Foto: Spar Austria

Die österreichische Regierung hat der Verteuerung von Lebensmitteln den Kampf angesagt. Um die Versorgung der Bevölkerung erschwinglich zu halten, soll die Umsatzsteuer für Grundnahrungsmittel ab Mitte 2026 dauerhaft auf 5% halbiert werden. Das haben die Regierungsmitglieder am Dienstag (14.1.) bei einer Klausur beschlossen. Die Umsetzung dieses Schrittes ist für Mitte dieses Jahres vorgesehen. Unklar ist allerdings noch, bei welchen Nahrungsmitteln die Steuer sinken soll; dazu muss eine exakte Definition von Grundnahrungsmitteln festgelegt werden.

Aktuell gilt für die meisten Lebensmittel in Österreich der reduzierte Steuersatz von 10%. In Deutschland sind es nur 7%, in Italien 4 bis 10%. Der reguläre Mehrwertsteuersatz liegt in Österreich bei 20%. Gegenfinanzieren will die Wiener Regierung die Steuersenkung mit einer Abgabe auf nicht recycelbares Plastik. Geplant ist außerdem eine „Paketabgabe“ für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern wie China. Damit sollen auch die umstrittenen Fernost-Handelsplattformen wie Temu und Shein zur Kasse gebeten werden.

Handel will Senkung weitergeben

Der Handelsverband begrüßte die angekündigte Kappung der Steuer; er erwartet „spürbare Auswirkungen auf die Preise“. Der Verband kündigte an, dass die Händler die Effekte der Steuersenkung „nach Möglichkeit“ eins zu eins an die Kunden weitergeben werden. Zugleich machte der Verband deutlich, dass effektive Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung die Ursachen der Teuerung an der Wurzel angehen müssten. Notwendig sei eine spürbare Entlastung bei den hohen Energiepreisen, Personalkosten und beim bürokratischen Aufwand.

Zustimmung kommt auch von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Sie sprach von einem wichtigen Signal zur Entlastung der Haushalte. Es müsse aber sichergestellt sein, dass die Gegenfinanzierung verursachergerecht und unbürokratisch ausgestaltet werde. Zudem dürfe die Steuersenkung nicht durch neue Belastungen an anderer Stelle wieder aufgefressen werden.

Verteuerung etwas abgeschwächt

Die Verteuerung von Lebensmittel in Österreich hatte im Juli und August 2025 den Jahreshöchstwert erreicht; die Preise waren in den beiden Monaten jeweils 5,2% höher als im Vorjahresmonat. Bis Jahresende schwächte sich die Inflation etwas ab; im November lag sie bei 3,6%. Dennoch schlagen Nahrungsmittel in dem Alpenland bei den Verbraucherausgaben vergleichsweise moderat zu Buche. Im Schnitt geben die Haushalte 10 und 12% ihres Einkommens für Lebensmittel aus. In Deutschland liegt dieser Wert zwischen 14,5 und 15%. Allerdings verteuerten sich Nahrungsmittel am deutschen Markt im Jahresverlauf 2025 nur um 1,8%, nach 2,3% im Vorjahr. AgE

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