Österreich: Verbraucher halten dem Biomarkt auch 2023 die Treue
Dennoch war die Situation für die Biobetriebe herausfordernd. Bio Austria sieht das Agrarumweltprogramm als Erschwernis.

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Biolebensmittel waren 2023 in Österreich trotz Teuerungen gefragt. Das zeigen die Marktdaten für 2023, die am Freitag (16.2.) von der Agrarmarkt Austria (AMA) und Bio Austria anlässlich der Biofach in Nürnberg vorgelegt wurden. Laut RollAMA-Haushaltspanel sind die Umsätze mit Biolebensmitteln im Einzelhandel um 5,3% gestiegen. Allerdings ging die verkaufte Menge an Biowaren zurück, und zwar um 2,8%. Im Vergleich zum letzten Vorkrisenjahr 2019 ist der österreichische Biolebensmittelmarkt jedoch kräftig gewachsen: Hierzu wird ein wertmäßiger Zuwachs von 50,4% ausgewiesen, wobei die Menge der eingekauften Bioprodukte um 27,2% zulegte.
Supermärkte dominieren Bioabsatz
Die höchsten Bioanteile im Lebensmitteleinzelhandel waren 2023 der AMA zufolge bei den Milch- und Molkereiprodukten zu finden. Frisch- und ESL-Milch hatten mit 28,3% den höchsten wertmäßigen Bioanteil aller RollAMA-Warengruppen, gefolgt von Joghurt mit fast 25%. Frischgemüse rückte mit 22,7% zur Warengruppe mit dem dritthöchsten wertmäßigen Bioanteil auf. Bei Fleisch und Geflügel blieben die Bioanteile trotz einer hohen Preisdifferenz zwischen biologisch und konventionell stabil bei rund 7%. Hinsichtlich der Vertriebsschienen zeigen die RollAMA-Daten, dass sowohl Supermärkte als auch Discounter vermehrt auf biologische Lebensmittel setzen und inzwischen eine große Vielfalt quer über alle Warengruppen existiert. Mit rund 70% haben die Supermärkte jedoch den höheren Anteil am Biomarkt als ihre Mitbewerber aus dem Discount-Bereich mit 30%.
Situation herausfordernd
Laut Bio Austria-ObfrauBarbara Rieglerwar die Situation für die Biobetriebe in Österreich trotz der erfreulichen Marktzahlen in den letzten Jahren insgesamt herausfordernd. Das zeige sich auch an der Tatsache, dass die Zahl der Biobetriebe von 2022 auf 2023 um 933 zurückgegangen sei; das entspreche einem Minus von rund4%. Insgesamt wurden 2023 nach Angaben der Obfrau 24.148 Biohöfe gezählt, was einem Anteil von22,7%aller Betriebe entsprach. Die biologisch bewirtschaftete Fläche ging im Berichtsjahr um rund 10.000 Hektar oder1,5%auf insgesamt 695.180 Hektar zurück; gemessen an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche waren dies 27,1%.
ÖPUL Bremse für Bio-Entwicklung
Nach Ansicht von Riegler tragen nicht zuletzt die agrarpolitischen Rahmenbedingungen erschwerend zur Gesamtsituation des Ökolandbaus bei. Das österreichische Agrarumweltprogramm (ÖPUL) sei unter den gegebenen Umständen eine Erschwernis für die Biobetriebe und „eine Bremse für die Bio-Entwicklung“. Die Biobetriebe hätten im aktuellen ÖPUL eine schlechtere Ausgangssituation als in den Jahren zuvor. Eine Gelegenheit zum Gegensteuern biete sich mit den Änderungen an dem Umweltprogramm, die derzeit im Wiener Landwirtschaftsministerium erarbeitet würden, so die Obfrau. Gebraucht würden jetzt Maßnahmen, die auf den Betrieben auch ankommen und die Situation auf den Bio-Höfen verbesserten. AgE