Regionale Selbstversorgung Münchens mit Lebensmitteln möglich
Die Bewohner von München könnten sich theoretisch vollständig mit regionalen Lebensmitteln ernähren. Dafür müssten sie allerdings die Lebensmittelabfälle reduzieren und ihre Ernährung auf fleischärmere und regionale Kost umstellen.

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Dies ist das Ergebnis einer Studie, die ein Forscherteam vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im Auftrag des Grünen-Bundestagsabgeordneten Karl Bär durchgeführt hat. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler könnte sich der Süden Bayerns trotz einer hohen Bevölkerungsdichte und bergiger Landschaften und sogar bei einer vollständigen Umstellung auf den Ökolandbau rein rechnerisch selbst mit Lebensmitteln versorgen. Das wäre sogar dann möglich, wenn derzeit noch landwirtschaftlich genutzte Moorflächen wiedervernässt würden, betonen die ZALF-Forscher. Laut dem Erstautor des Berichts zur Studie, Dr. José Luis Vicente-Vicente, wirken sich kurze Wertschöpfungsketten und kurze Transportwege oft wirtschaftlich und sozial positiv aus und sind meist klimafreundlicher. „Um politische Diskussionen und Prozesse anzustoßen, wollten wir mit unserer Forschung eine wissenschaftliche Basis schaffen“, so der ZALF-Wissenschaftler. Dafür habe das Team das Potenzial einer rein regionalen Ernährung für München und das Umland einschließlich der Bezirke Oberbayern, Niederbayern und Schwaben berechnet. In dieser sogenannten „Foodshed-Modellierung“ seien lokale Anbaubedingungen, Erträge und landwirtschaftliche Strukturen sowie alternative Produktionsmethoden und Ernährungsgewohnheiten berücksichtigt worden, beispielsweise eine ökologische und flexitarische Ernährungsweise. Selbst wenn die Flächen für den wirtschaftlich wichtigen Hopfenanbau beibehalten werden, reicht dem ZALF zufolge ein Radius von 114 km rund um München als Einzugsgebiet für die regionale Lebensmittelversorgung. Größer werde der Radius bei einer rein ökologischen Bewirtschaftung, und zwar auf dann 125 km. Um 10 km kleiner werde der Umkreis wiederum, wenn die Lebensmittelverschwendung entlang der Wertschöpfungskette reduziert werden könnte. Würden die Bayern auch den Verbrauch tierischer Lebensmittel verringern, sinke der Flächenverbrauch für den Anbau von Tierfutter und der Selbstversorgungsgrad läge noch höher. AgE