Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Schlechte Noten für vegane Wurst

5. April 2022

Für ihre aktuelle Ausgabe hat die Zeitschrift „Öko-Test“ auf alternativen Proteinen basierende Wurstsorten wie Salami, Lyoner, Schinkenwurst oder Mortadella getestet. Das Ergebnis fiel überwiegend negativ aus, denn von den 19 geprüften Nachahmerprodukten erhielten 13 das Gesamturteil „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

Foto: pixabay.com

Zwar hätten alle Wurstersatzprodukte die Sensorikprüfung tadellos bestanden, doch sei in ihrem Beitrag zu einer gesunden Ernährung noch deutlich Luft nach oben, stellten die Tester fest. Besonders problematisch sei, dass die meisten veganen Aufschnitte mehr oder weniger stark mit Mineralölbestandteilen verunreinigt seien, so „Öko-Test“. Sie enthielten zudem relativ viele und teils umstrittene Zusatzstoffe, auch der Salzgehalt sei oft zu hoch. Rund zwei Drittel der Produkte im Test enttäuschten mit einem Gesamturteil schlechter als ausreichend. Lediglich ein Produkt erhielt die Gesamtnote gut, das war der „Vemondo Veganer Aufschnitt nach Schinkenwurst-Art“ von Lidl. Zwei Mal hat laut „Öko-Test“ das beauftragte Labor aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen, wozu krebserregende Verbindungen gehören können. Einen gesetzlichen Grenzwert für MOAH in Lebensmitteln gebe es nicht, was aber längst überfällig sei. Zudem fanden sich den Testern zufolge in den meisten Wurstimitaten Verunreinigungen mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH). Oft seien das nur Spuren, doch in fünf Fällen seien die Werte stark erhöht gewesen. Die MOSH können unter anderem über Verpackungen in die Nahrungsmittel gelangen. Ein weiterer Kritikpunkt im Test war, dass viele Hersteller konventioneller veganer Wurstimitate dem Geschmack mit dem Zusatz von Aromazusätzen nachhelfen und zudem das umstrittene Verdickungsmittel Carrageen einsetzen. Die Bioprodukte waren hiervon nicht betroffen. Zudem wies der vegane Aufschnitt oft einen hohen Salzgehalt auf. Bei einigen Produkten war dieser so hoch, dass in Finnland ein Warnhinweis angebracht werden müsste, wenn es sich um normale Wurst handeln würde. AgE

Beitrag teilen: |

Partner

Newsletter

Abonnieren Sie unsere Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden, bei den Themen, die Sie interessieren!

Zur Anmeldung: