Schweiz: Bauernverband fordert kostendeckende Erzeugerpreise
Die wirtschaftliche Lage der Betriebe hat sich stark verschlechtert. Landwirte können die Teuerung bei den Vorleistungen nicht weitergeben.

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Mit Sorge blickt der Schweizer Bauernverband (SBV) auf das Jahr 2024. Die wirtschaftliche Lage der heimischen Landwirtschaftsbetriebe habe sich stark verschlechtert, beklagte der Verband bei seiner Jahresmedienkonferenz auf einem Hof im Berner Seeland. Ein Grund dafür seien die steigenden Kosten für Vorleistungen. Es sei nicht gelungen, diese über bessere Erzeugerpreise vollumfänglich weiterzugeben. Der zweite Grund sind laut SBV die gestiegenen Anforderungen, unter denen die Landwirte produzieren müssen. Genannt wurde hier beispielhaft der Absenkpfad Pflanzenschutz und Nährstoffe. Dieser beschere den Landwirten Mehraufwand und führe gleichzeitig zu Mindererträgen, so der Bauernverband. Einen Ausgleich dafür gebe es weder über die Direktzahlungen noch über die Erzeugerpreise, so dass Einkommensverluste bei den Bauernfamilien zu erwarten seien.
Höheres Produktionsrisiko
Hinzu komme das steigende Produktionsrisiko, weil immer weniger Pflanzenschutzmittel für den Schutz der Kulturen zur Verfügung stünden, monierte der SBV. Hier stehe die pflanzliche Produktion, die ja eigentlich gefördert werden sollte, speziell unter Druck. Um der schlechten Entwicklung entgegenzuwirken, fordert der Bauernverband für 2024 eine Anhebung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise zwischen 5% und 10%. Nachdem die aufnehmende Hand in der Wertschöpfungskette jeweils an vorderster Front eine besonders nachhaltige Schweizer Landwirtschaft fordere, sei sie nun in der Pflicht. Sie müsse den nötigen Mehrpreis zahlen und sich auch beim Absatz der Produkte engagieren, mahnte der SBV.
Naturschützer mit extremen Forderungen
Das zweite große Thema in diesem Jahr wird dem Bauernverband zufolge die Abstimmung über die Biodiversitätsinitiative sein. Hier engagiere er sich zusammen mit weiteren betroffenen Branchen für ein klares Nein, stellte der SBV fest. Er begründete dies zum einen damit, dass es keinen Bedarf für neue Regelungen gebe. Die weitere Förderung der Artenvielfalt sei bereits mit der heutigen Gesetzesgrundlage möglich und über eine nationale Strategie und den Aktionsplan schon im Gange. Zum anderen führte der Bauernverband an, dass die Naturschutzorganisationen völlig unverhältnismäßige Forderungen stellten. Sie verlangten, 30% der Landesfläche unter Schutz zu stellen und rechneten aktuell 8% als Schutzgebiet an. Demnach müssten weitere 880.000 Hektar aus der Produktion genommen werden.
Fußabdruck nicht verschlechtern
Der Bauernverband wies darauf hin, dass die Schweizer Landwirte insgesamt rund 1 Mio. Hektar bewirtschafteten, wovon heute bereits fast 200.000 Hektar zur Förderung der Biodiversität dienten. Auf diesen Flächen gebe es Potenzial für weitere Optimierungen für eine bessere Wirkung. Mit jedem wegfallenden Hektar Landwirtschaftsland für die Lebensmittelproduktion erhöhten sich hingegen die Importe und damit die Abhängigkeit vom Ausland. „Je mehr Fläche wir im Ausland für unsere Lebensmittelversorgung belegen, desto schlechter der ökologische Fußabdruck unserer Ernährung“, gab der SBV zu bedenken. AgE