Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Streit um „Eco-Score“ beendet

12. Juni 2024

Die Bioverbände haben mit der Gegenseite einen Vergleich geschlossen.

Foto: Pixabay

Frankreichs erste Kennzeichnung des ökologischen Fußabdrucks von Lebensmitteln, der „Eco-Score“, wird nicht mehr unter diesem Namen weitergeführt. Das ist das zentrale Ergebnis eines Rechtsstreits, den die EU-Gruppe der Internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM – Organics Europe) gemeinsam mit ihren französischen Mitgliedern im Januar 2023 angefangen hatte.

Wie IFOAM am Dienstag (4.6.) mitteilte, hat man im Rahmen einer Mediation eine Einigung gefunden. Demnach werden die staatlichen Stellen eine neue Bezeichnung für die Umweltkennzeichnung erarbeiten. Die Agentur für Umweltschutz und Energie (ADEME) wird die Registrierung der Wortmarke „Eco-Score“ für den Agrar-und Ernährungsbereich zurückziehen. Mit dem Lebensmittel-Informationssystem Yuca und dem Unternehmen Eco2 Initiative hat sich IFOAM darauf verständigt, dass der Eco-Score nur noch bis Jahresende verwendet wird.

Die Bioverbände waren gegen die Kennzeichnung vorgegangen, weil es sich aus ihrer Sicht um eine irreführende Praktik zum Nachteil der Verbraucher und des Marktes handelt. Konkret hat man sich unter anderem daran gestoßen, dass das Wort „Eco“ zur Kennzeichnung von Produkten verwendet wird, die nicht aus dem ökologischen Landbau stammen.

Für unzureichend halten die Beschwerdeführer außerdem die Berechnung des Eco-Score. Grundlage sind Analysen von Produktlebenszyklen, die von ADEME in der Datenbank „Agribalyse“ bereitgestellt werden und die Folgen für die Umwelt pro erzeugtem und verbrauchtem Kilogramm erfassen. Laut IFOAM werden dabei allerdings zahlreiche Faktoren für eine umfassende Bewertung nicht berücksichtigt, darunter Umwelt- und Biodiversitätsauswirkungen. AgE

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