Strukturwandel: AbL mahnt Stärkung der landwirtschaftlichen Qualitätserzeugung an
Die Bundesregierung und vor allem Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sind nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) gefordert, dem starken Strukturwandel und dem Höfesterben in der Landwirtschaft etwas entgegenzusetzen. Es gelte jetzt, die regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum zu stärken und den gesellschaftlichen wie auch ökonomischen Mehrwert von Bauernhöfen mit Qualitätserzeugung von Lebensmitteln und Arbeitsplätzen vor Ort nicht aufzugeben, mahnte die AbL anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Tierbestandszahlen durch das Statistische Bundesamt (Destatis).

„In der Schweinehaltung haben innerhalb eines Jahres 10,8 % der Betriebe aufgehört. In der Milchviehhaltung sind die Zahlen ebenfalls dramatisch. In nur einem halben Jahr haben 1 221 Höfe aufgegeben. So darf es nicht weitergehen“, erklärte der AbL-Vorsitzende Martin Schulz am vergangenen Mittwoch (28.6.) in Hamm. Die jahrzehntelange Exportorientierung im Interesse der Agrarindustrie habe die tierhaltenden Betriebe in die jetzige Lage gebracht. Dauerhafte Kostenunterdeckung auf den Höfen habe sie in die Intensivierung getrieben. Trotzdem seien häufig genug die Wertschöpfung, aber eben auch Klimaschutz und Tierwohl auf der Strecke geblieben, so Schulz. Damit sei die Landwirtschaft in die Kritik breiter Teile der Gesellschaft geraten. Der Umbau zu einer gesellschaftlich akzeptierten Tierhaltung könne und müsse bäuerliche Betriebe stärken. Bäuerinnen und Bauern könnten Klimaschutz und Tierwohl, aber nicht unter Kostensenkungsdruck, stellte der AbL-Vorsitzende klar. Wenn jetzt nicht endlich die Weichen für eine langfristige und verbindliche Förderung gestellt würden, blieben agrarindustrielle Strukturen übrig und mit ihnen entleerte ländliche Räume. Es brauche marktpolitische Maßnahmen, damit die Erzeuger auf Augenhöhe verhandeln könnten und der Kauf von Lebensmitteln unter Produktionskosten verhindert werde. AgE