Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Totschnig warnt vor Laborfleisch

11. August 2023

Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig warnt vor künstlich erzeugtem Fleisch. „Laborfleisch aus der Fabrik, das unter sterilen Bedingungen mit künstlichen Zusätzen und Energie gezüchtet wird, hat nichts mit natürlichem Fleisch zu tun”, gab der Minister in einer Pressemitteilung zu bedenken.

Bild von Alexa auf Pixabay

Mit Blick auf die Schweiz, wo erstmals ein Antrag zur Zulassung von kultiviertem Fleisch gestellt wurde (Global + International 1), forderte er Transparenz und eine differenzierte inhaltliche Debatte zu der Thematik. Bei der Herstellung von Laborfleisch würden Inhaltsstoffe und Methoden eingesetzt, deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit genauestens untersucht werden müssten, erklärte Totschnig. Laborfleisch sei auch und vor allem aus Verbraucherschutzgründen kritisch zu sehen, sowohl hinsichtlich der Industrialisierung der Lebensmittelproduktion als auch der Kennzeichnung und der weitgehend unbekannten Auswirkungen auf die Natur. „Wer auf künstliche Produkte wie Laborfleisch setzt, begibt sich in die Abhängigkeit einer internationalen Lebensmittelindustrie, wo Großkonzerne bestimmen, was auf den Teller kommt”, warnte der Ressortchef. Demgegenüber würden die heimischen, bäuerlichen Betriebe flächendeckend natürliche und regionale Lebensmittel garantieren. Totschnig verlangt eine klare Kennzeichnung, damit die Verbraucher eindeutig erkennen können, ob es sich um künstliches Zellgewebe aus dem Labor oder um ein natürliches Lebensmittel handelt. „Ich will Wahlfreiheit und Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten. Fleisch muss Fleisch bleiben, so wie das Wort Milch nur für natürliche Milch verwendet werden darf”, so der Minister. Irreführenden Bezeichnungen müsse konsequent entgegengetreten werden. Hier werde er für eine breite Allianz in Brüssel kämpfen. Damit die Herstellung künstlicher Lebensmittel im Labor nicht in die Hände weniger internationaler Konzerne gerate, bedürfe es einer faktenbasierten und umfassenden Folgenabschätzung zu Laborfleisch auf EU-Ebene, betonte Totschnig. Vor allem dürfe mit Laborfleisch kein „Green-Washing“ betrieben werden. Erste Studien der Universität Oxford wiesen darauf hin, dass die Produktion von Laborfleisch klimaschädlicher sei als die von natürlichem Fleisch. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität von Kalifornien komme zu dem Schluss, dass der Energiebedarf von Laborfleisch bis zu 25 Mal so viel CO2-Äquivalente pro Kilogramm Fleisch freisetze wie Produkte aus der Tierhaltung. AgE

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