Transparenz- und Qualitätsoffensive der AMA-Marketing läuft
Kontrollen verschärft – 54 Betriebe aus dem Gütesiegelprogramm ausgeschlossen – Austausch mit allen Stakeholdern und Mitgliedern der Wertschöpfungskette soll intensiviert werden – Etablierung als Kommunikationshaus der Land- und Lebensmittelwirtschaft angestrebt- Geschäftsführerin Mutenthaler-Sipek zieht Sieben-Monats-Bilanz

Drei Säulen umfasst bekanntlich die neue Transparenz- und Qualitätsoffensive der Agrarmarkt Austria (AMA) Marketing, die von der neuen Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek Anfang dieses Jahres auf den Weg gebracht worden ist. Angestrebt werden von der Organisation mehr Qualität und Transparenz im Bereich der Kontrollen, ein intensiverer Austausch mit allen Stakeholdern und Mitgliedern der Wertschöpfungskette sowie das Ziel, sich zum Kommunikationshaus der Land- und Lebensmittelwirtschaft zu etablieren. Auf einer Veranstaltung in Wien zog Mutenthaler-Sipek am vergangenen Mittwoch (16.8.) Bilanz über die ersten sieben Monate. Sie wies darauf hin, dass im Rahmen der Verbesserung und Effizienzsteigerung des Kontrollsystems eine Erhöhung der Kontrollanzahl um 10 % und 1 000 zusätzliche Spot-Audits angekündigt worden seien. Insgesamt würden laut Kontrollplan in diesem Jahr rund 22 000 Kontrollen durchgeführt. Insgesamt 54 Betriebe seien bereits aus dem AMA-Gütesiegelprogramm ausgeschlossen worden, während die Überprüfung von etwa 6 300 Betrieben gezeigt habe, dass diese vorbildlich und ohne Beanstandung arbeiteten, berichtete die AMA-Geschäftsführerin.
Kontrolldaten werden vernetzt
In den vergangenen Monaten wurde laut Mutenthaler-Sipek außerdem an einer digitalen Vernetzung der Kontrolldaten gearbeitet. Der Testbetrieb des neuen Kontroll-Informations-Systems (KIS) werde im Herbst anlaufen, kündigte sie an. Die Kontrollzahlen seien seit April für die Konsumenten auf haltung.at leicht zugänglich. Auf der neuen Plattform werde nicht nur wöchentlich über den aktuellen Stand der Betriebs- und Produktkontrollen informiert, „sondern auch die Realität in der Nutztierhaltung gezeigt“.
„AMA-Marketing Zukunftsdialoge“ durchgeführt
Um die Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren entlang der Wertschöpfungskette sowie den Dialog mit Interessensvertreter und Nichtregierungsorganisationen (NGO) zu intensivieren, seien in den vergangenen Wochen und Monaten die „AMA-Marketing Zukunftsdialoge“ durchgeführt worden, führte Mutenthaler-Sipek aus. „Mit diesem Format möchten wir gemeinsam mit allen Stakeholdern nachhaltige Verbesserungen in der Landwirtschaft erwirken. Gleichzeitig stellen die Zukunftsdialoge ein Leuchtturmprojekt in Bezug auf den neuen Zugang zur gelebten und zukunftsorientierten Partnerschaften dar“, so die Geschäftsführerin. Die AMA-Marketing gehe aber seit diesem Jahr auch mit Landwirten noch stärker in den Austausch. Neben regelmäßigen Info-Mailings an alle 41 000 AMA-Gütesiegel-Betriebe seien Webinare für die Geflügel- und Schweinebranche abgehalten worden. Ziel sei es, den Bauern Informationen über für sie relevante Themen zur Verfügung zu stellen, und diese letztlich für die Tiergesundheit und Tierbetreuung zu sensibilisieren.
Konsumenten für regionale Produkte sensibilisieren
Die AMA-Marketing zum Kommunikationshaus weiterzuentwickeln, ist der dritte große Schwerpunkt, an dem die Mitarbeiter des Hauses derzeit intensiv arbeiten. Dazu gehöre beispielsweise eine transparente Kommunikation auf Augenhöhe, die jetzt mit vielen Medienvertretern geführt werde, erläuterte Mutenthaler-Sipek. So wurden ihr zufolge unter anderem Betriebsbesichtigungen und Kontrollbegleitungen ermöglicht. „Wir haben nichts zu verstecken. Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten jeden Tag harte Arbeit und verpflichten sich mit der Teilnahme am AMA-Gütesiegelprogramm freiwillig zu mehr Kontrollen und höheren Standards“, betonte Mutenthaler-Sipek. Hinzu komme eine seit Anfang August laufende Informationskampagne zum Wert von Lebensmitteln. Diese habe zum Ziel, den Verbrauchern durch eine gezielte Informationsvermittlung zur Landwirtschaft bewusstere Kaufentscheidungen zu ermöglichen. „Aus RollAMA-Motivanalysen wissen wir, dass Regionalität ein entscheidendes Kaufkriterium ist“, sagte Mutenthaler-Sipek. Deshalb wolle die AMA-Marketing nun die Konsumenten für den Wert regional produzierter Lebensmittel sensibilisieren. AgE