Zuversicht trotz MKS
Milchviehhalter und Milchverarbeiter schauen trotz des MKS-Ausbruchs verhalten optimistisch in die Zukunft. Diesen Eindruck vermittelten die Referenten beim DBV-Forum „Die Milchbranche im Hot Seat – was bringt die Zukunft?“. Von der Politik werden „Zugeständnisse“ erwartet. Die Milchbäuerin Leyschulte erklärte, sie freue sich auf die neue Bundesregierung. Der Ampel warf sie vor, ständig neue Auflagen erlassen zu haben.

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Ungeachtet des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) schauen Milchviehhalter und Milchverarbeiter in Deutschland verhalten optimistisch in die Zukunft. Das spiegelten zumindest die Referenten beim Fachforum „Die Milchbranche im Hot Seat – was bringt die Zukunft?“ wider, das der Deutsche Bauernverband (DBV) am Montag (20.1.) anlässlich der Grünen Woche in Berlin ausrichtete. Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Korte vom Deutschen Milchkontor (DMK) wies darauf hin, dass die Rohmilchmenge seit 2019 stagniere. Die Preise hätten sich positiv entwickelt, und die Einkommen der Betriebe seien auch nicht so schlecht ausgefallen.
Zu schaffen machen den Betrieben und den Molkereien aber laut Korte insbesondere die hohen Energiekosten in Deutschland. An eine Debürokratisierung nach der Bundestagswahl glaubt er nicht, dazu hat der DMK-Aufsichtsratschef dieses Versprechen schon zu oft bei Wahlkämpfen gehört. Korte mahnte aber in Richtung Politik an, dass die Landwirtschaft als Wirtschaftsfaktor gestärkt werden müsse. Erwartet würden Zugeständnisse.
Der Agrarökonom Prof. Holger Thiele von der Fachhochschule Kiel stellte indes klar, dass es ganz ohne Bürokratie einfach nicht geht. Es gelte aber das, was notwendig sei, effizient umzusetzen. Als Stichwort nannte Thiele dabei die Digitalisierung. Für nicht notwendig erachtet der Agrarökonom die Anwendung des Artikels 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO). Hier bestehe kein Steuerungsbedarf durch den Staat, denn ein Marktversagen sieht Thiele bei der Milchvermarktung nicht.
Zum Markt stellte Thiele fest, dass dieser immer fragiler werde. Deshalb seien Konzepte für mehr Resilienz gefragt. Die Politik müsse die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen setzen. Der Agrarökonom geht davon aus, dass Rohstoffknappheit der Treiber in der Zukunft sein wird, was sich aktuell am Spotmilchmarkt zeige. „Die Milchbauern sitzen am längeren Hebel“, so Thiele.
Auch Milchviehhalterin Katharina Leyschulte lehnt Artikel 148 GMO ab. Dieser helfe keinem Hof, sondern sei eher hinderlich. Vielmehr wünscht sich die Milchbäuerin mehr Transparenz beim Rohmilchpreis. In Richtung Politik stellte Leyschulte fest, sie freue sich auf die neue Bundesregierung. Diese sollte Anreize setzen, statt weitere Verbote zu erlassen. Die Milchviehhalterin beklagte die ständigen neuen Auflagen unter der Ampelregierung; die Zeche zahlten die Bauern.
Im Hinblick auf das zukünftige Rohmilchangebot warnte Leyschulte, dass sich die Spätfolgen der Blauzungenkrankheit erst noch zeigen werden. Bei der MKS hoffe sie, dass die Milchwirtschaft mit einem blauen Auge davonkommt. AgE