Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Auch Apfelsaft wird knapp

31. Oktober 2023

In Deutschland wurde nach den aktuell vorliegenden Ernteergebnissen im Vergleich zum Vorjahr bislang nur die Hälfte der Apfelmenge gekeltert. Zudem sind die Preise für die Äpfel stetig gestiegen. Apfelsaft könnte daher bald knapp werden.

Foto: pixabay

Was für den Orangensaft seit Längerem gilt, könnte jetzt auch bald auf den Apfelsaft zutreffen: Er wird knapp. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) zog in Bonn eine „besorgte“ Zwischenbilanz zur laufenden Keltersaison 2023. Laut Angaben von Geschäftsführer Klaus Heitlinger wurde nach den aktuell vorliegenden Ernteergebnissen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur die Hälfte der Apfelmenge gekeltert. Zudem seien die Preise für die angelieferten Äpfel seit Beginn der Kelter-Kampagne Mitte August kontinuierlich gestiegen.

Erntekapazität der Streuobstwiesen stark gesunken

Die Streuobsternte, die der VdF im Juli schon mit 300 000 Tonnen sehr niedrig geschätzt hatte, ist laut Heitlinger zum Teil noch unter den Erwartungen geblieben. Vielerorts könnten die Liefermengen mit dem historisch niedrigen Frostjahr 2017 verglichen werden. Offensichtlich sei die Erntekapazität der Streuobstwiesen durch die drei trockenen Sommer der letzten Jahre noch stärker zurückgegangen als befürchtet. Als erschwerender Faktor komme darüber hinaus die Alternanz hinzu, stellte der VdF-Geschäftsführer fest. Dieses Jahr sei turnusgemäß ein schwaches Erntejahr.

Nur geringe Aussortierung von Tafelobst

Leider schaffe auch der Tafelobstmarkt für die Fruchtsafthersteller keine Abhilfe, erklärte Heitlinger weiter. Der Verkauf von Tafeläpfeln auf dem Frischmarkt laufe sehr gut, da es keine Überbestände an Lageräpfeln gebe, die den Markt belasteten. Aus diesem Grund seien die Aussortierungen aus der Tafelware geringer als üblich, und die Preise hätten auch hier angezogen. In anderen Verarbeitungsbranchen wie der Schälapfelproduktion sei die Nachfrage ebenfalls größer als in den vergangenen Jahren, so dass sich die gesamte Abnehmerseite eine kleinere Ernte teilen müsse. Der VdF geht davon aus, dass der Großteil der Verarbeitungskampagne in drei Wochen abgeschlossen ist. Ein wesentlicher Anstieg der Rohwarenanlieferungen sei aus heutiger Sicht nicht mehr zu erwarten. AgE

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