Bauernverband warnt vor Flächenverlust durch Solarausbau
Mit scharfen Worten kritisiert der Bauern- und Winzerband Rheinland-Nassau (BWV) den Ausbau der Solarenergie auf landwirtschaftlichen Flächen. „Für den Bau von Solaranlagen müssen zuerst versiegelte Flächen, Verkehrsflächen und Konversionsflächen herangezogen werden“, forderte BWV-Präsident Michael Horper, vergangene Woche in Koblenz. Landwirtschaftliche Nutzflächen sollten nach seiner Überzeugung vor allem für die Nahrungsmittelproduktion und für nachwachsende Rohstoffe zur Verfügung stehen.
Die von der rheinland-pfälzischen Landesregierung anvisierte Verdopplung des jährlichen Ausbauvolumens bei Freiflächenanlagen von bislang 200 MW auf 400 MW, lehnt Horper ab. Dem BWV zufolge verursacht die Errichtung von Solar-Freiflächenanlagen bereits heute „beachtliche Verwerfungen“ auf den Pacht- und Grundstücksmärkten. Infolge dessen würden landwirtschaftliche Betriebe massiv geschädigt. Die Landesregierung dürfe daher das von ihr selbst gesteckte Ziel, maximal 2 % der Ackerflächen von Rheinland-Pfalz für Freiflächenanlagen zur Verfügung stellen, nicht übererfüllen, mahnte der Verband. Rheinland-Pfalz hat das Ziel, ab 2030 seinen Strombedarf bilanziell vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Um dies zu erreichen, hatte sich die Ampel-Landesregierung im März dieses Jahres auf ein „Solarpaket“ geeinigt. Zentraler Punkt darin ist eine erneute Erhöhung des jährlichen Ausschreibungsvolumens für PV-Freiflächenanlagen. Das zuvor gültige Volumen von 200 MW pro Jahr war erst 2022 mit der Novellierung der entsprechenden Landesverordnung über Gebote für Solaranlagen auf Ackerland- oder Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten festgesetzt worden. Nach Angaben der Landtagsfraktionen von SPD, FDP und Grünen wurde dieses Ausbauvolumen jedoch bereits in der ersten Ausschreibungsrunde vollständig ausgeschöpft. AgE

Image by Sebastian Ganso from Pixabay
