Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Belastungen der Landwirte lassen auch Verbraucherpreise steigen

18. Januar 2024

Milchprodukte werden durch Auflagen und Steuern der Politik für die Konsumenten teurer .

Image by Thomas from Pixabay

Nicht nur die Streichung von Subventionen wie beim Agrardiesel, sondern auch die verschärften Vorgaben im Umwelt-, Dünge-, Bau- und Tierbereich führen bei den Landwirten zu höheren Produktionskosten. Im Milchbereich sorgen zudem Maßnahmen wie die Anhebung der Lkw-Maut und des CO2-Preises oder das Pfand auf Milchgetränke in Plastikflaschen zu einer deutlichen Mehrbelastung für die Milcherzeuger und Molkereien. „Die Verteuerung der Produktion bedeutet einen Preisanstieg eines Basislebensmittels, den letztendlich auch die Verbraucher im einwohnerstärksten Bundesland zu tragen haben“, stellte der rheinische Vorsitzende der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen (LV Milch NRW), Hans Stöcker, bei der Jahrespressekonferenz seiner Organisation in Krefeld fest. Laut der Landesvereinigung ist der Verbraucherpreis für den Liter H-Milch im Karton von Januar bis Oktober 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Schnitt um 10,8% auf 1,13 Euro gestiegen. Ein Kilogramm Gouda in Scheiben verteuerte sich um 20,9%, der Speisequark in der 500-Gramm-Packung sogar um 27,9%. Lediglich die Päckchenbutter wurde um rund ein Viertel günstiger als im Vorjahr angeboten. Diese Preisänderungen resultierten Stöcker zufolge allerdings insbesondere auch aus veränderten Marktbedingungen.

Immer weniger Milchkuhhalter

Fortgesetzt hat sich 2023 der Strukturwandel in Nordrhein-Westfalens Milchwirtschaft. Die Zahl der Milchviehhalter nahm im Vorjahresvergleich um 3,5% auf 4.638 Höfe ab; der Milchkuhbestand war um 2,2% auf 383.000 Tiere rückläufig. Ein Mangel an politischer Verlässlichkeit und die dadurch bedingten schlechten Rahmenbedingungen insbesondere für Investitionen beschleunigen laut Landesvereinigung den seit Jahren anhaltenden Strukturwandel. Dies sei kontraproduktiv, da gerade die regionale Produktion von allen Seiten gefordert werde. Die im Vergleich zu anderen Regionen klimaschonendere Milchwirtschaft trage zudem zur Ernährungssicherung vor Ort bei. „Diese Zusammenhänge weiter in Gesellschaft und Politik zu tragen, ist eine unserer Aufgaben als Landesvereinigung“, erläuterte der westfälische Vorsitzende der LV Milch NRW, Benedikt Langemeyer.

Milchpreis 2023 deutlich gesunken

Stöcker wies darauf hin, dass der Strukturwandel trotz der zwischenzeitlich hohen Rohmilchpreise erfolgt sei, die 2023 aber wieder gefallen seien. Von Januar bis Oktober erhielten die Milcherzeuger in NRW für ihre konventionelle Standardmilch nach Angaben der Landesvereinigung durchschnittlich 44,17 Cent/kg; das waren 5,88 Cent oder 11,7% weniger als im Vorjahr. Ein ähnliches Niveau wird für 2024 erwartet. Der Auszahlungspreis für Biomilch lag in den ersten zehn Monaten 2023 mit 54,68 Cent/kg im Mittel auf dem Vorjahresniveau. Als positives Zeichen wertete die LV Milch NRW es, dass die EU-Kommission und auch das US-amerikanische Landwirtschaftsministeriums (USDA) trotz global unruhiger Zeiten einen recht stabilen Milchmarkt für die kommenden zwölf Monate prognostizieren. AgE

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