Ernährungsstrategie soll im Sommer 2023 vorliegen
Bundeslandwirtschaftsministerium legt Zeitplan für Eckpunktepapier vor – Im Erarbeitungsprozess wird externe Expertise eingebunden – Lebensmittelverband Deutschland sagt weitere Mitarbeit zu – Verbandspräsident mahnt geeignete Rahmenbedingungen an

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Das Eckpunktepapier zur Ernährungsstrategie der Bundesregierung soll in dieser Woche im Kabinett beschlossen werden. Das hat Dr. Doris Heberle, Unterabteilungsleiterin im Bundeslandwirtschaftsministerium, am Montag vergangener Woche (5.12.) bei der Tagung „Zukunft der Ernährung“ des Lebensmittelverbandes Deutschland in Berlin angekündigt. Dies sei der erste Schritt auf dem Weg zur Ernährungsstrategie, sagte Heberle. Diese wird derzeit vom Agrarressort federführend erarbeitet. Geplant sei, die Ernährungsstrategie selbst im Sommer 2023 im Bundeskabinett zu beschließen. Die Ernährungsstrategie soll laut Heberle einen Beitrag zur Transformation des Ernährungssystems leisten. In dem Eckpunktepapier seien inhaltliche und prozessuale Leitlinien, strategische Prioritäten, Handlungsfelder und Ziele aufgeführt. Das Ministerium lege einen Fokus auf eine stärker pflanzenbetonte Ernährung, die weniger tierische Nahrungsmittel, Zucker und Fett beinhalte, dafür aber mehr regionale, saisonale und klimafreundlich erzeugte Produkte. Bei der Erarbeitung der Ernährungsstrategie nutzt das Agrarressort nach Angaben der Ministerialbeamtin auch externe Expertise. Diverse Akteurinnen und Akteure würden in den Prozess eingebunden, so etwa in Form von Experten-Workshops oder mittels Online-Befragungen.
Lebensmittelbranche zu Dialog bereit
Auch der Lebensmittelverband bringt sich künftig wieder ein. „Ich begrüße das sehr“, bestätigte Lebensmittelverband-Hauptgeschäftsführer, Christoph Minhoff, im Rahmen der Veranstaltung. Denn am Ende müssten es Unternehmen sein, welche die Anforderungen an ein neues Ernährungssystem umsetzen. Der Lebensmittelverband hatte erst im Oktober bekanntgegeben, sich „bis auf Weiteres“ aus dem Prozess zur Erarbeitung der Ernährungsstrategie zurückzuziehen. Der Präsident des Lebensmittelverbandes, René Püchner, bekräftigte den Wunsch nach einem gesamtgesellschaftlichen Dialog, mahnte aber geeignete Rahmenbedingungen an: „Diese umfassen aus unserer Sicht die Möglichkeit, eigene Positionen angemessen darzustellen, zu erläutern und zu begründen.“ Alle betroffenen Akteurinnen und Akteure müssten beteiligt und unterschiedliche Perspektiven ohne Vorurteile berücksichtigt werden. so Püchner. Zudem fordert der Verband einen Realitätscheck. Alle Maßnahmen der Ernährungsstrategie müssten darauf geprüft werden, ob sie mit marktwirtschaftlichen Grundsätzen vereinbar seien und von den Verbraucherinnen und Verbraucher akzeptiert würden. Darüber hinaus sei eine Abschätzung der Folgen vonnöten. AgE
