Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

EU-Bio-Siegel: Vitamine und Mineralien unzulässig

16. September 2025

Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.

Foto: pixabay

Biologisch produzierte Getränke, denen nicht-pflanzliche Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden, dürfen weder das deutsche noch das europäische Bio-Siegel tragen. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Donnerstag (4.9.). Auch ein Hinweis in der Zutatenliste auf die biologische Produktion einzelner Zutaten ist laut Urteil nicht zulässig. Geklagt hatte das deutsche Unternehmen Herbaria, das Gewürze, Tee, Kaffee und Naturdrogerieprodukte in Bioqualität herstellt und vermarktet. Das Unternehmen kennzeichnete ein Mischgetränk aus Fruchtsäften und Kräuterauszügen mit Vitaminen und Eisengluconat mit dem EU-Bio-Logo. Daraufhin hatten die deutschen Behörden angeordnet, das Logo zu entfernen. Begründet wurde dies damit, dass der Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen laut EU-Bio-Verordnung nur dann zulässig sei, wenn ihre Verwendung gesetzlich vorgeschrieben ist.

Herbaria hatte daraufhin beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geklagt, da bei einem vergleichbaren, aus den USA eingeführten Getränk ebenfalls Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt worden seien, dieses aber nicht mit einem Kennzeichnungsverbot belegt wurde. Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hatte in der Zwischenzeit auf ein Vorabentscheidungsersuchen des Bundesverwaltungsgerichts hin entschieden, dass auch das US-Produkt das Bio-Logo und Hinweise auf die biologische Produktion nicht verwenden dürfe. Mit dem Urteil hat das Bundesverwaltungsgericht nun die Revision von Herbaria zurückgewiesen. Das Unternehmen könne sich nicht darauf berufen, es werde gegenüber US-Konkurrenten benachteiligt, hieß es zur Begründung. AgE

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