EU und Philippinen nehmen Gespräche auf
Beide Seiten verständigten sich auf Sondierungsgespräche – Von der Leyen: Philippinen sind für die EU ein „Schlüsselpartner in der Region“ – Kommission will zur Nachhaltigkeit „robuste und durchsetzbare“ Vorgaben durchsetzen

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Die Europäische Union und die Philippinen werden die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen möglicherweise fortsetzen. Wie die EU-Kommission am Montag vergangener Woche (31.7.) mitteilte, haben sich beide Seiten auf Sondierungsgespräche verständigt. Dabei soll ausgelotet werden, wie weit die Vorstellungen über die Gestaltung des potentiellen Abkommens auseinanderliegen. Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen, zu Beginn vergangener Woche zu Besuch in Manila, bezeichnete den südostasiatischen Inselstaat als „Schlüsselpartner in der Region“. Mit den Sondierungen werde der Weg geebnet, die Partnerschaft zu intensivieren. Die EU wird nach Angaben der Kommission eine umfassende Vereinbarung anstreben, zu der ambitionierte Marktzugänge, effektive Gesundheits- und Hygienekontrollen sowie der Schutz von geistigem Eigentum und Herkunftskennzeichnungen gehören sollen. Eine Schlüsselrolle schreibt Brüssel auch der Nachhaltigkeit zu; in diesem Zusammenhang werden „robuste und durchsetzbare“ Vorgaben versprochen. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Partnern belief sich 2022 wertmäßig auf rund 18,4 Mrd Euro. Unter den Handelspartnern des Inselstaates steht die EU an vierter Stelle; aus europäischer Sicht liegen die Philippinen auf Platz sieben in der Region. Derzeit profitieren die Philippinen in Sachen Handel laut der EU-Kommission vom Allgemeinen Präferenzsystem (ASP).
Große Vorkommen kritischer Rohstoffe
Im Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) konnte das Land mit mehr als 100 Millionen Einwohnern zuletzt das zweithöchste Wirtschaftswachstum vorweisen; in Brüssel wird das als Hinweis auf vielversprechende Absatzperspektiven verstanden. Außerdem verweist die Kommission auf große Vorkommen kritischer Rohstoffe, darunter Nickel, Kupfer und Chromit. In Südostasien bestehen bereits Handelsabkommen der EU mit Singapur und Vietnam. Verhandelt wird derzeit mit Indonesien, mit Thailand sollen die Gespräche in Kürze beginnen. Mit Malaysia befindet man sich im Stadium der Sondierung. Bereits 2015 waren zwischen Brüssel und Manila die Verhandlungen für eine Handelsübereinkunft aufgenommen worden. 2017 wurden die Gespräche aber aufgrund von Verstößen gegen die Menschenrechte auf Eis gelegt. Im vergangenen Jahr kam es auf den Philippinen zu einem Regierungswechsel. Der EU-Kommission zufolge hat die neue Staatsführung in Bezug auf die Differenzen Verhandlungsbereitschaft signalisiert. AgE
