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Evangelischer Kirchentag: Hennies kritisiert einseitiges Essensangebot

16. Juni 2023

Ausschließlich vegetarische und vegane Kost „Zeichen gegen viele Landwirtinnen und Landwirte“ – Widerspruch zu inhaltlichen Aussagen der Kirche – Absage an pauschalem Naturschutz von oben – Dieser muss sich für die landwirtschaftlichen Betriebe rechnen

Schlussgottesdienst auf dem Hauptmarkt. Foto: Kirchentag/T.Hartmann

Einseitigkeit wirft der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Holger Hennies, den Verantwortlichen des diesjährigen Evangelischen Kirchentages in Nürnberg vor. Seiner Auffassung nach setzt der Kirchentag damit ein Zeichen gegen die vielen Landwirtinnen und Landwirte. Für Hennies steht das Essensangebot auf dem Kirchentag im Widerspruch zu den Aussagen von Kirchenvertretern, Nutztierhaltung sei unverzichtbar und für Landwirtschaft und ländliche Räume existenziell. Die Kirche mache sich dadurch unglaubwürdig. Der Präsident des Landvolks Niedersachsen geht davon aus, „dass es beim Kirchentag in zwei Jahren in Hannover ein vielfältigeres Speisenangebot gibt“. Ausdrücklich begrüßte Hennies, dass im Rahmen des Kirchentages in Nürnberg Diskussionsveranstaltungen über landwirtschaftliche Fragen angeboten werden. Das sei eine gute Tradition, an der unbedingt festgehalten werden sollte, betonte er nach einer Podiumsdiskussion. Auf dieser habe er deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft bereit sei, mehr Aufgaben im Naturschutz zu übernehmen. Das könne aber nicht staatlich verordnet werden, sondern müsse auf freiwilliger Basis erfolgen.

Parteipolitisch einseitig

„Pauschalen Naturschutz von oben, wie sie die EU-Kommission mit ihrem Naturwiederherstellungsgesetz plant, lehnen wir ab“, bekräftigte Hennies in der Veranstaltung. Über konkrete Naturschutzmaßnahmen müsse in den Regionen entschieden werden. Gleichzeitig müsse gewährleistet sein, dass sich Naturschutz für die Betriebe rechne. Hennies nannte den „Niedersächsischen Weg“ als Beispiel, dass vernünftiger Naturschutz zwischen Landwirtschaft, Umweltverbänden und Politik fair ausgehandelt werden könne. „Nur auf dieser Grundlage kommen wir weiter“, so der Landesbauernpräsident. Zudem warnte er davor, der Landwirtschaft immer mehr Flächen zu entziehen. Es müsse darum gehen, einen weiteren Verlust wertvoller Agrarflächen zu verhindern und die vorhandenen Flächen produktiv zu nutzen. Enttäuscht zeigte sich Hennies, dass die Diskussion über diese Fragen auf dem Kirchentag parteipolitisch einseitig geführt wurde: „Ich rate den Verantwortlichen dringend, künftig nicht nur einer Partei die Möglichkeit zu geben, ihre Positionen darzulegen.“ Wer meine, dass nur Konzepte der Grünen zum Ziel führten, liege daneben. „Demokratie braucht politischen Wettbewerb um die besten Ideen“, hob der DBV-Vize hervor. AgE

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