Landwirtschaftsausschuss drängt auf Eiweißstrategie der EU
Die Europäische Union sollte sich möglichst schnell auf eine ambitionierte und umfassende Eiweißstrategie verständigen. Diese Forderung findet sich in einem Entschließungsentwurf, den der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments in der vergangenen Woche verabschiedet hat.

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Im Vordergrund stehen dabei die Ausweitung der europäischen Produktion von Eiweißpflanzen und die damit verbundene Verringerung von Importabhängigkeiten. Gemäß dem Resolutionsentwurf sollen die Mitgliedstaaten unter anderem die Anreize für den Anbau von Proteinpflanzen ausbauen, beispielsweise durch entsprechende Öko-Regelungen oder spezifische Förderprogramme. In Betracht gezogen werden sollte dabei auch die Möglichkeit, stillgelegte Flächen für die Produktion nutzen zu können. Nicht zuletzt wollen die EU-Agrarpolitiker im Rahmen der Eiweißstrategie auch die Produktion von Bioenergie ankurbeln. Zu diesem Zweck soll beispielsweise die Verwendung von Neben- und Abfallprodukten zur Energiegewinnung erleichtert werden. Die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl unterstrich den Zeitdruck. „Es ist allerhöchste Zeit, dass die Europäische Union eine eigene, nachhaltige Proteinstrategie auf den Weg bringt“, so die Agrarpolitikerin. Im Zentrum müssen aus ihrer Sicht die Weidehaltung und der nachhaltige Umbau der Tierhaltung stehen. In der EU stünden immer weniger Flächen für die Landwirtschaft zur Verfügung, daher könne das Defizit nicht einfach durch die heimische Produktion ausgeglichen werden. Neben der Erzeugung müsse auch der Konsum von pflanzlichen Eiweißen angekurbelt werden. Der Entwurf für die Entschließung wird voraussichtlich im Oktober im Plenum zur Abstimmung kommen. Die EU-Kommission hat die Vorlage einer Eiweißstrategie für den Anfang des kommenden Jahres angepeilt. In der Europäischen Union werden nach Angaben des Parlaments derzeit nur 29 % der Proteine für Futtermittel in heimischer Produktion erzeugt. AgE
