Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Milchverarbeitung in Österreich: Exporte 2025 erneut gesteigert

30. März 2026

Österreichs Molkereien und Käsereien haben 2025 ihre Exporte wertmäßig erneut gesteigert. Die Ausfuhren legten um 175 Mio. Euro zu, während sich die Importe um 150 Mio. Euro erhöhten; unter dem Strich ergab sich damit ein positiver Außenhandelssaldo von 634 Mio. Euro, nach 609 Mio. Euro im Vorjahr. Wichtigstes Handelsgut war erneut Käse. Hauptabnehmer blieb Deutschland. Verbandspräsident Petschar kritisiert niedrigere Standards bei Importware und die fehlende Herkunftskennzeichnung.

Foto: ARGE Heumilch

Einen deutlichen Außenhandelsüberschuss haben die österreichischen Molkereien und Käsereien im vergangenen Jahr erzielt. Nach Angaben des Milchverbandes Österreich (MVÖ) ergab sich unter dem Strich ein Positivsaldo von 634 Mio. Euro, nach 609 Mio. Euro im Jahr 2024. Die Ausfuhren von Milchprodukten brachten der Branche rund 1,955 Mrd. Euro in die Kassen. Auf der Einfuhrseite stand eine Summe von 1,320 Mrd. Euro. Gegenüber 2024 legten die Exporte um 175 Mio. Euro oder 9,5% zu, während bei den Importen eine Steigerung um 150 Mio. Euro beziehungsweise 12,4 % verzeichnet wurde.

Wichtigstes Produkt im internationalen Handel der Milchverarbeiter war einmal mehr Käse. Hier wurde mit einem Exportwert von 987 Mio. Euro und Importen von 841 Mio. Euro mehr als die Hälfte der Außenhandelsumsätze erzielt. Dahinter folgten flüssige Milchprodukte, deren Ausfuhr 449 Mio. Euro einbrachte; die Einfuhren beliefen sich auf 92 Mio. Euro. Die drittwichtigste Kategorie waren fermentierte Produkte mit Exporten von 305 Mio. Euro und Importen von 85 Mio. Euro. Bei Butter lagen die Einfuhren mit 156 Mio. Euro allerdings deutlich über den Ausfuhren von 27 Mio. Euro.

Wichtigster Abnehmer von österreichischen Milchprodukten war der Nachbar Deutschland mit einem Anteil von etwa 50% an den Exporten. Dahinter rangieren Italien und Griechenland. Auch auf der Importseite dominierte Deutschland mit einem Anteil von 55%, gefolgt von Italien und Holland. Rund 88% der Ausfuhren gingen in andere EU-Länder der EU; bei der Einfuhr stammten sogar 98% aus Staaten der Gemeinschaft.

Weiterhin keine Herkunftskennzeichnung

Verbandspräsident Helmut Petschar unterstrich die große Bedeutung des Exports für Österreichs Milchwirtschaft. Ihm zufolge wurden rund 45% der Milchprodukte ausgeführt. Ursache dafür seien die ebenfalls umfangreichen Importe. Eingeführt würden vor allem Produkte für die Weiterverarbeitung und Gastronomie sowie verschiedene Eigenmarken des Lebensmitteleinzelhandels.

Allerdings seien bei den importierten Produkten nicht die gewohnt hohen Standards der heimischen Milchwirtschaft die Basis, beispielsweise bei der Gentechnikfreiheit, der Fütterung und dem Tierwohl, kritisierte Petschar. Darüber würden die Verbraucher aber wegen des Fehlens einer Herkunftskennzeichnung im Unklaren gelassen. AgE

Beitrag teilen: |

Partner

Newsletter

Abonnieren Sie unsere Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden, bei den Themen, die Sie interessieren!

Zur Anmeldung: