Österreich: Bauernbund kritisiert Preisdebatte
Der Verband fordert ein Ende von Rabattschlachten.

Foto: pixabay
Der Österreichische Bauernbund hat vor den Folgen der aktuell geführten Debatte um die Lebensmittelpreise gewarnt. Diese sei „Gift für die Lebensmittelproduktion in Österreich“, erklärte Verbandspräsident Georg Strasser. Als Beispiel nannte er Brot und Backwaren, bei denen deutlich werde, wie gering der Erlösanteil für die Produzenten tatsächlich sei. Nur rund 5% des beim Kauf gezahlten Preises blieben letztlich bei den Landwirten. „Wenn Bauern von ihrer Arbeit nicht mehr leben können, dann produzieren sie auch keine Lebensmittel mehr. Und dann ist die entscheidende Frage: Wer macht es stattdessen?“, so Strasser. Der Bauernbund-Präsident wies erneut darauf hin, dass viele Landwirte und lebensmittelverarbeitende Betriebe schon jetzt unter massivem Druck stünden. Gleichzeitig steige die Abhängigkeit Österreichs von Importen. Allerdings habe man bei den Einfuhren aktuell keinen Einfluss darauf, nach welchen Standards die Lebensmittel produziert würden. „Bei uns verbotene Pflanzenschutzmittel, Hormone, Abholzung des Regenwaldes, Ausbeutung – all das landet am Ende auf unserem Teller, wenn nur der Preis und nicht die Herkunft zählt“, betonte Strasser.
Österreich müsse daher alles daransetzen, die Urproduktion und die Verarbeitung im eigenen Land zu halten, forderte der Verbandspräsident. Es braucht ein Umdenken; überzogene Rabatte und Schleuderaktionen mit Lebensmitteln müssten ein Ende haben. „Stattdessen brauchen wir mehr Transparenz entlang der Wertschöpfungskette und ein klares Bekenntnis zu österreichischer Qualität im Regal und am Teller“, betonte Strasser. „Wir sind da als Gesellschaft falsch abgebogen“, fasste Bauernbund-Direktorin Corinna Weisl die Entwicklung zusammen. Seit Jahren sei zu hören, dass Lebensmittel billig sein müssten. Das sei aber eine Sackgasse, denn Billigpreise zerstörten die Basis der Nahrungsmittelversorgung. „Wer heute nur zum billigsten Produkt greift, verdrängt jene, die höchste Standards einhalten und für Qualität sorgen“, gab Weisl zu bedenken. AgE
