Regierung setzt auf Biotechnologie
Das Bundeskabinett hat eine „Hightech Agenda“ verabschiedet. Der Förderbooster soll Deutschlands Innovations- und Wirtschaftskraft deutlich erhöhen. Dabei setzt die Regierungskoalition auch auf die Biotechnologie. Speziell gefördert werden sollen die modernen Züchtungstechnologien und ein optimierter Pflanzenschutz. Die Erschließung alternativer Proteinquellen und innovative Präventions- und Behandlungsstrategien bei Nutztieren werden ebenfalls unterstützt.

Foto: pixabay
Die Bundesregierung setzt auf die Biotechnologie, um gezielt resiliente, krisenfeste Agrar- und Ernährungssysteme der Zukunft entwickeln. Dieses Ziel ist Teil der „Hightech Agenda“, die am Mittwoch (30.7.) vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Das 35-seitige Strategiepapier konzentriert sich auf sechs Schlüsseltechnologien, die besonders gefördert werden sollen. Das milliardenschwere Innovationsprogramm soll Deutschland als Technologiestandort neu aufstellen und die Innovations- und Wirtschaftskraft des Landes deutlich erhöhen.
In der Agenda zeigt sich die Bundesregierung offen für die Neuen Züchtungstechniken (NZT). Die Verfahren sollen dafür genutzt werden, bei Nutzpflanzen Faktoren der Klima- und Standortanpassung zu erforschen. Schon für das erste Quartal 2026 werden erste Ergebnisse in Aussicht gestellt. Die Regierung strebt außerdem einen „optimierten Pflanzenschutz“ zur Erzeugung nachhaltiger und möglichst unbelasteter Lebensmittel an, um die Ertragssicherung in der Landwirtschaft zu fördern. Mit einer neuen Förderrichtlinie sollen die Entwicklung und die Anwendung neuer Methoden zum Schutz von Nutzpflanzen vor Schäden durch Insekten und Pathogene vorangetrieben werden.
Im Weiteren sollen die vorhandenen Potenziale für die Erzeugung gesundheitsförderlicher und nachhaltiger Lebensmittel durch innovative biotechnologische Methoden und Verfahren erschlossen werden. Geplant ist, bis zum ersten Quartal 2026 zusammen mit Stakeholdern im Bereich biotechnologisch hergestellter Lebensmittel und alternativer Proteine den Förderbedarf für Innovationen zu erfassen. Anschließend sind Projekte unter Beteiligung der Wirtschaft geplant, die Anfang 2027 starten sollen.
Förderwürdig ist für die Bundesregierung darüber hinaus die Erschließung alternativer Proteinquellen „als zukunftsfähige Säule der Ernährung“. Dazu ist in der Hightech Agenda die Transfermaßnahme „Pioneer“ geplant. In interdisziplinären Konsortien sollen Unternehmen und Forschung gemeinsam biotechnologische Innovationen vorantreiben. Bis 2029 sollen Handlungsempfehlungen für Forschung, Praxis und Politik abgeleitet werden.
Auch im Bereich der Tierproduktion will die Regierung ihre spezielle Förderung ansetzen. Finanziell unterstützen will sie innovative Präventions- und Behandlungsstrategien bei Nutztieren. Um die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie zu stärken und den Transfer zu beschleunigen, ist in allen vorgesehenen Forschungsbereichen eine verpflichtende Beteiligung von Unternehmen vorgesehen. AgE
