Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Regierung stellt zusätzlich 1,2 Milliarden für die Agrarwirtschaft bereit

22. März 2022

Die italienische Regierung greift der heimischen Agrarwirtschaft verstärkt unter die Arme und stellt dafür zusätzliche 1,2 Mrd Euro bereit. Wie aus einem veröffentlichen Dekret hervorgeht, sind Beihilfen in Form von Kapitalzuschüssen zwischen 4 Mio Euro bis maximal 50 Mio Euro für die Produktion, die Verarbeitung und den Verkauf von Agrarprodukten vorgesehen.

Unterstützt werden sollen ferner neben der Forschung auch Werbung und Absatzförderung von Produkten mit Bio- oder Qualitätssiegel. Die genaue Höhe der Zuschüsse soll gemäß dem Dekret von den jeweiligen Investitionsbereichen und Regionen abhängen. Landwirte in den wirtschaftlich schwächeren Regionen, also vornehmlich im Süden des Landes, können für den Bau, den Kauf oder die Sanierung von Immobilien, die Anschaffung von Landtechnik und Nutztieren, für Investitionen in den digitalen Bereich sowie die Dienstleistungshonorare von Architekten, Agronomen und Softwareentwicklern mit einem Zuschuss von 50 % rechnen; die anderen Landesteile müssen sich mit 40 % begnügen. Werbe- und Absatzförderung können unabhängig vom Standort des Antragstellers mit maximal 50 % des festgelegten Maximalbetrags bezuschusst werden. Bei Marktrecherchen, Teilnahme an Fachmessen, Wettbewerben und Forschung können die Kosten sogar vollständig übernommen werden. Der Vorsitzende des mitgliedsstärksten Bauernverbandes Coldiretti, Ettore Prandini, begrüßte die Unterstützung. Angesichts der starken Importabhängigkeit Italiens handele es sich um eine äußerst wichtige und schon längst überfällige Maßnahme. Die Pandemie und nun der Krieg in der Ukraine hätten gezeigt, dass die forcierte Globalisierung ein Fehler gewesen sei. Nun müssten so schnell wie möglich Maßnahmen ergriffen werden, um die Ernährungssouveränität zu sichern. Laut Prandini müssen dem ersten Schritt daher weitere folgen. Er forderte einen Kurswechsel im Umgang mit verschuldeten Betrieben, eine Ermäßigung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und Beihilfen für die infolge des Ukraine-Krieges stark in Leidenschaft gezogenen Wertschöpfungsketten. Nach Angaben von Coldiretti beträgt der Selbstversorgungsgrad Italiens bei Weichweizen 36 %, bei Mais 53 % und bei Hartweizen 65 %. Bei Rindfleisch werden den Verbandsangaben zufolge 51 % erreicht, bei Schweinefleisch 63 % und bei Milch und Käseprodukten 84 %. AgE

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