Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Strukturkrise im Ökolandbau

11. Februar 2026

Der Deutsche Bauernverband (DBV) attestiert dem ökologischen Landbau eine „schleichende Strukturkrise“ und fordert deshalb eine agrarpolitische Kurskorrektur.

Foto: Pixabay

Aktuell gefährdeten überzogene Auflagen in der Tierhaltung und fehlende Alternativen zur Kreislaufwirtschaft die Bodenfruchtbarkeit und damit die Zukunftsfähigkeit vieler Öko-Betriebe, warnte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet am Freitag (6.2.). Die Folgen seien bereits spürbar. Beispielsweise habe fast jeder zehnte deutsche Öko-Milchviehbetrieb allein 2025 aufgehört, sich zertifizieren zu lassen.

„Das politische Ziel, den Öko-Landbau – an den Markt angepasst – auf einen Anteil von über 20% der Fläche auszuweiten, wird unter diesen Bedingungen nicht erreichbar sein”, mahnte Sabet. Im Zentrum notwendiger Neuregelungen sollte aus ihrer Sicht eine flexiblere, zielorientierte Ausgestaltung der Weidepflicht stehen. Zudem müssten moderne Tierwohlkonzepte wie Laufhöfe in Kombination mit Außenklimaställen endlich als gleichwertige Alternative anerkannt werden, wenn sie artgerechtes Verhalten ermöglichten.

Darüber hinaus müssten verschiedene Wege zur Kreislaufwirtschaft möglich sein und gefördert werden. Neben der Tierhaltung gehören dazu für die DBV-Generalsekretärin die Biogaserzeugung und regionale Nährstoffkooperationen zwischen ökologischen und konventionellen Betrieben. Schließlich müsse auch die Forschung für den Ökolandbau gestärkt werden, insbesondere für angepasste Sorten, biologischen Pflanzenschutz und effiziente Düngestrategien. „Die Kernfrage lautet dabei nicht, ob der Öko-Landbau funktionieren kann, sondern ob man ihn funktionieren lässt“, so Sabet. Der ökologische Landbau könne seine Versprechen halten: Artenvielfalt, Bodenschutz, geschlossene Kreisläufe. Aber das gehe nur mit Pragmatismus, nicht mit starren Dogmen. AgE

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