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UFOP kritisiert Diskussion um CO2-Grenzwerte

2. November 2023

Unternehmen drängen auf Förderung emissionsfreier Lkw. Zudem ist der Umweltausschuss des Europaparlaments für eine Verschärfung des Absenkziels. Förderunion sieht ablehnende Haltung zu Bio- und synthetischen Kraftstoffen.

Foto: pixabay

Um die Festlegung von CO2-Grenzwerten ist aus Sicht der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) „eine nicht nachvollziehbare und vor allem nicht alle Argumente sachgerecht berücksichtigende Diskussion“ entbrannt. Die Verlierer könnten dabei am Ende der Klimaschutz selbst wie auch der Standort Deutschland beziehungsweise die Europäische Union sein, warnte die UFOP in Berlin. Die Förderunion verwies darauf, dass Unternehmen vergangene Woche das Europaparlament zur Förderung emissionsfreier Lkw gedrängt hätten. Dies könne nur mit einer grundsätzlich ablehnenden Position zu Bio- und synthetischen Kraftstoffen beziehungsweise zu einem technologieoffenen Ansatz erklärt werden, möglicherweise in Erwartung entsprechender staatlicher Förderungen für die Umstellung zur Elektrifizierung der Lkw-Flotte. Batterieelektrische Nutzfahrzeuge seien aber um ein Mehrfaches teurer als Verbrenner-Lkw, die mit emissionsarmen alternativen Kraftstoffen betrieben werden könnten, gab die UFOP zu bedenken. Zudem seien die erforderlichen Infrastrukturkosten für die Elektrifizierung erheblich.

Zielvorgaben illusorisch

Der Förderunion zufolge hat der Umweltausschuss des EU-Parlaments die von der Kommission vorgeschlagenen Ziele bestätigt, die CO2-Emissionen im Zeitraum 2030 bis 2034 um 45% und ab 2040 um 90% zu senken. Die Abgeordneten waren jedoch über den Kommissionsvorschlag für 2035 bis 2039 hinausgegangen und hatten 70% anstelle von 65% Prozent vorgeschlagen. Hier entstehe der Eindruck, dass ausgerechnet die Umweltpolitiker die datierten Zielvorgaben für den Klimaschutz aus den Augen verloren hätten, so die UFOP. Die Erwartungshaltung, dass der Kapazitätsausbau für erneuerbare Energien in diesem Umfang für die Elektrifizierung bis 2040 realisiert werde, sei illusorisch. Es sei nämlich davon auszugehen, dass wie bisher die Energiemenge für den Straßenverkehr mehr oder weniger vollständig importiert werde.

Evolutionärer Prozess wird gestoppt

Der Effizienzunterschied zwischen Verbrenner und Batteriebetrieb gleiche diesen Importbedarf nicht annähernd aus, auch nicht die Verlagerung auf den Schienenverkehr angesichts des „Tempos“ beim Schienennetzausbau, erklärte die Förderunion. Zudem sei der Kompromiss der 90%-CO2-Minderung zu hinterfragen, denn die neu zugelassenen Fahrzeuge könnten wohl nur mit grünem Wasserstoff betrieben werden. Mit Blick auf die Zukunft müssten sich die noch vorhandenen Raffineriestandorte daher fragen, ob Investitionen überhaupt noch Sinn machten. Einem evolutionären Prozess der Transformation werde damit ein weiterer Riegel vorgeschoben.

Global Biofuel Allianz gegründet

Bauchschmerzen bereitet der UFOP in dem Zusammenhang auch die im September erfolgte Gründung der „Global Biofuel Allianz“ im Rahmen des G20-Gipfels in Indien. Es sei davon auszugehen, dass die Mitglieder dieser Allianz zukünftig die Anforderungen und Nachweispflichten für die Nachhaltigkeit bei Biokraftstoffen für den Marktzugang beziehungsweise im globalen Handel festlegten. „Die EU isoliert sich zunehmend bei dieser Entwicklung“, so die Befürchtung der UFOP. AgE

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