Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Umsatz 2024 real leicht gesunken

22. Januar 2025

Der Standort Deutschland leidet auch unter der zunehmenden Bürokratie.

Foto: pixabay

Die deutsche Ernährungsindustrie hat 2024 voraussichtlich einen Rückgang des preisbereinigten Gesamtumsatzes hinnehmen müssen. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am Mittwoch (15.1.) auf Basis einer ersten Schätzung berichtete, dürften die Erlöse um 0,6% auf 232,8 Mrd. Euro zurückgegangen sein. Der preisbereinigte Umsatz im Ausland sank um 0,2%, im Inland um 0,8%.

Nominal betrachtet konnte der Umsatz der Branche laut der BVE-Schätzung 2024 gegenüber dem Vorjahr um 0,6% zulegen. Das Auslandsgeschäft wuchs nominal um 2,5% auf 81,3 Mrd. Euro, während das Inlandsgeschäft um 0,8% auf 148,5 Mrd. Euro zurückging. Die Verkaufspreise stiegen im Inland um 0,4%, im Ausland um 2,7%. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz legte der BVE zufolge leicht auf 36,2% zu.

Für Druck sorgten auch die gewachsenen bürokratischen Anforderungen, berichtete die BVE. Eine Umfrage des Verbandes unter mehr als 160 Unternehmen hat demnach ergeben, dass 22% der kleinen und 18% der mittleren Unternehmen die Anforderungen inzwischen als existenzgefährdende Belastungen sehen. Der Bundesvereinigung zufolge lässt sich die „anhaltend geringe Attraktivität des Standortes Deutschlands“ an den Investitionsplänen der Branche ablesen. Gemäß der Umfrage planen nur 18% der befragten Unternehmen, ihre Investitionen in Deutschland zu erhöhen. Weitere 35% wollen sie reduzieren und 6% ziehen eine vollständige Einstellung der Investitionen am deutschen Standort in Betracht.

Wettbewerbsfähigkeit wird „verspielt“

„Sinkende reale Umsätze sowie eine schwächelnde Arbeitsproduktivität bei gleichzeitig hohen Kostensteigerungen verhindern notwendigen Fortschritt und gehen an die Reserven der deutschen Lebensmittelhersteller“, mahnte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Während andere Länder ihre Unternehmen entlasteten, werde den Betrieben in Deutschland immer mehr aufgebürdet. „So verspielen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit“, erklärte Minhoff.

Von der zukünftigen Bundesregierung erwarte die Branche einen spürbaren Bürokratieabbau, eine verbesserte Wirtschafts- und Standortpolitik sowie praxistauglichere Regeln bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung und den Sorgfaltspflichten. Ein Großteil der Unternehmen fordere außerdem ein Überdenken der Ausgestaltung der aktuellen Energiewendepolitik. AgE

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