Veredlungswirtschaft auf Expansionskurs
Milch- und Fleischerzeugung in China im ersten Halbjahr 2023 gestiegen – Schweinebestand wächst auf 435 Millionen Tiere – Markt für Schweinefleisch steht unter Angebotsdruck – Niedrigpreise verursachen bei Erzeugern und Schlachtern hohe Verluste – Erntemengen von Sommergetreide etwas geringer als in der Vorsaison

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Die Erzeugung tierischer Produkte in China hat im ersten Halbjahr 2023 erneut zugenommen; die Sommerweizenernte wird dagegen das Vorjahresniveau nicht erreichen. Wie das Nationale Statistikbüro mitteilte, legte die Milcherzeugung in der ersten Jahreshälfte 2023 mit 7,5 % am stärksten gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Die Fleischerzeugung stieg insgesamt um 3,6 % auf 46,82 Mio t. Hierbei wuchs die Produktion von Schaffleisch mit 5,1 % überdurchschnittlich; es folgten Rind- und Geflügelfleisch mit 4,5 % beziehungsweise 4,3 %. Moderater fiel der Zuwachs bei Schweinefleisch mit 3,2 % aus. Dafür wurden 375 Millionen Schweine geschlachtet; das waren 2,6 % mehr als in der Vorjahresperiode. Den Schweinebestand für Ende Juni geben die Statistiker mit 435,2 Millionen Tieren an, was binnen Jahresfrist ein Plus von 1,1 % bedeutet. Die Zahl der Sauen hat den dritten Monat in Folge moderat abgenommen; sie lag mit 42,96 Millionen Tieren jedoch um rund 200 000 Tiere oder 0,5 % über dem Vorjahresniveau.
Preistief beschert Verluste
Positiv ist die Stimmung in der chinesischen Schweinebranche aber keineswegs. Das schon länger anhaltende Preistief aufgrund des zu großen Angebots für die eher maue Nachfrage beschert sowohl den landwirtschaftlichen Erzeugern als auch den großen Schlachtkonzernen Verluste. Seit April pendelt der Schlachtschweinepreis im Landesmittel um die Marke von 14 CNY (1,74 Euro) pro Kilogramm Lebendgewicht (LG), während die Produktionskosten laut Analysten bei gut 16 CNY/kg (1,99 Euro) liegen. Das Preisniveau für Schlachtschweine ist damit geringer als derzeit in vielen Ländern der Europäischen Union, was äußerst untypisch ist. Mitte Juli lag der Schlachtschweinepreis um 37 % unter dem Vorjahresniveau, und bei Ferkeln mit 25 kg war ein Absturz von fast 40 % zu verzeichnen. Auch die großen börsennotierten Schweinefleischhersteller Chinas haben im ersten Halbjahr 2023 den Experten zufolge Milliardenverluste eingefahren und eine große Schuldenlast angehäuft.
Weniger Sommerweizen eingebracht
Recht zufriedenstellend verlief nach Angaben des Statistikbüros die noch nicht ganz beendete Ernte für das Sommergetreide, wozu auch Bohnen und Kartoffeln gerechnet werden. Die Produktion soll mit 146,1 Mio t zwar das Vorjahresergebnis um 0,9 % verfehlen; es wäre nach dem Rekord im Vorjahr aber immer noch die zweitgrößte Menge in der Geschichte. Das Gros des Sommergetreides entfällt auf den Sommerweizen. Hier dürfte die voraussichtliche Erzeugung gegenüber 2022 um 1,23 Mio t oder 0,9 % auf 135,5 Mio t abnehmen. Grund dafür sind bei einer Anbauflächenausweitung um 0,4 % die schwächeren Hektarerträge. Diese liegen wegen starker Regenfälle in den nördlichen Regionen mit durchschnittlich 58,3 dt um 1,3 % unter dem Vorjahresniveau. AgE
Umrechnungskurs: = 1 CNY = 0,1241 Euro
