Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Von der Leyen will mehr Geld für globale Ernährungssicherheit bereitstellen

28. Juni 2022

Zur Stärkung der lokalen Agrarproduktion in gefährdeten Ländern hat EU-Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen die Mobilisierung von weiteren 600 Mio Euro angekündigt. Diese Gelder sollen zusätzlich im Rahmen der Strategie „Global Gateway“ fließen, erklärte die EU-Kommissionspräsidentin bei der Eröffnung der 15. Europäischen Entwicklungstage in Brüssel.

Foto: European Union

Nach bisherigem Stand sollten im Zuge von „Global Gateway bis 2027 insgesamt 300 Mrd Euro mobilisiert werden. Von der Leyen mahnte zugleich, die Investitionen zur Senkung der Treibhausgasemissionen zu beschleunigen, „sonst drohen dramatische Konsequenzen“. Sie verwies auf den Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC), der bei seiner Vorlage am vierten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine „etwas unter dem Radar“ der Medien geblieben sei. Die Wissenschaftler hätten aufgezeigt, dass sich das Klima schneller verändere als die Fähigkeit, sich daran anzupassen, so die Kommissionspräsidentin. Noch sei das Zeitfenster für Maßnahmen offen. Aber die globale Investitionslücke schließe sich immer noch nicht. Neben Investitionen in die Gesundheitssysteme zur Vorbereitung auf künftige Pandemien mahnte die frühere Bundesverteidigungsministerin, dass die Landwirtschaft an trockenere Bedingungen angepasst werden müsse. Für die drohende Ernährungskrise machte sie die russische Blockade ukrainischer Häfen und der dort vor Anker liegenden Schiffen mit Weizen verantwortlich. Russische Truppen „bombardieren vorsätzlich Getreidelager und stehlen in einigen Fällen sogar ukrainischen Weizen. Zugleich stellte die Kommissionspräsidentin klar, dass die EU-Sanktionen nicht die Grundnahrungsmittel und Düngemittel beträfen: „Sie sind sorgfältig konzipiert, dass sie den Lebensmittelhandel zwischen Russland und Drittländern nicht beeinträchtigen. Im Moment arbeiten wir hart daran, mehr Getreide auf die Weltmärkte zu bringen und den am stärksten gefährdeten Ländern bei der Bewältigung der Notlage zu helfen.“. Es müssen laut von der Leyen aber auch die eigenen Produktionskapazitäten und die Widerstandsfähigkeit jedes Kontinents gestärkt werden. Das sei auch der Kernpunkt ihres Besuchs kürzlich in Ägypten gewesen. AgE

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