Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

Weltmarktpreise weiter gestiegen

13. August 2025

Der Milchpreisindex hat aber erstmals seit April 2024 nachgegeben.

Die Weltmarktpreise für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse haben im Juli weiter angezogen. Der monatlich von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) berechnete Gesamtpreisindex erreichte 130,1 Punkte; das waren 1,6% mehr als im Juni und 1,9% mehr als im Mai. Der Vorjahresmonat wurde um 7,6% übertroffen. Getrieben wurde die Aufwärtsbewegung laut FAO von höheren Preisen für Fleisch und pflanzliche Öle. Diese hätten Rückgänge bei den Indizes für Getreide, Milchprodukte und Zucker mehr als ausgeglichen.

Konkret lag der FAO-Fleischpreisindex im Juli im Durchschnitt bei 127,3 Punkten; das waren 1,2% mehr als im Juni und stellte einen neuen historischen Höchststand dar. Der Anstieg geht laut der FAO vor allem auf eine Verteuerung von Rind- und Schaffleisch zurück, wonach es im internationalen Geschäft eine stärkere Nachfrage gegeben habe. Auch die Preise für Geflügelfleisch seien leicht angestiegen, weil Brasilien seien Status als Vogelgrippe-frei wiedererlangt habe und wichtige Handelspartner ihre Importe aufgenommen hätten. Dagegen hätten sich die Schweinefleischpreise verringert, wegen des reichlichen Angebots und der geringeren Nachfrage auf dem globalen Markt, insbesondere aus der Europäischen Union.

Der FAO-Pflanzenölpreisindex kletterte im Juli gegenüber dem Vormonat um 7,1% auf durchschnittlich 166,8 Punkte und damit auf ein Dreijahreshoch. Die Preise für Palmöl sind gemäß der FAO aufgrund der robusten weltweiten Nachfrage und der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit nach oben gegangen, während Sojaöl durch die Erwartungen einer starken Nachfrage im Biokraftstoffsektor in Amerika gestützt worden sei. Die Preise für Sonnenblumenöl seien aufgrund der Verknappung der Exportlieferungen aus der Schwarzmeerregion gestiegen. Im Gegensatz dazu hätten sich die Preise für Rapsöl mit dem Eintreffen neuer Erntevorräte in Europa nach unten bewegt.

Zucker nochmals billiger

Der FAO-Getreidepreisindex lag im Juli im Durchschnitt bei 106,5 Punkten und damit um 0,8% unter dem Juni-Wert. Der Rückgang der Preise für Weizen und Sorghum sei größer ausgefallen als die Preissteigerungen bei Mais und Gerste. Die frischen saisonalen Weizenernteerträge in der nördlichen Hemisphäre hätten einen Abwärtsdruck ausgeübt, obwohl die ungünstigen Bedingungen für den Frühjahrsweizen in Teilen Nordamerikas für eine gewisse Preisstützung gesorgt hätten. Der FAO-Preisindex für Reis fiel um 1,8%, was die Organisation auf das reichliche Exportangebot und die schwache Importnachfrage zurückführt.

Der FAO-Milchpreisindex sank gegenüber Juni um 0,1% auf 155,3 Punkte und verzeichnete damit den ersten Rückgang seit April 2024. Die Preise für Butter und Milchpulver seien wegen eines reichlichen Exportangebotes und eine gedämpfte Importnachfrage gefallen. Die internationalen Käsepreise stiegen jedoch weiter an, was die FAO mit einer starken Nachfrage in Asien und dem Nahen Osten sowie auf einem geringeren Exportangebot in der EU begründete. Der FAO-Zuckerpreisindex lag im Durchschnitt bei 103,3 Punkten und damit 0,2% unter dem Vormonat, womit sich der Abwärtstrend zum fünften Mal in Folge fortsetzte. Die Erwartungen einer Erholung der weltweiten Produktion im Jahr 2025/26 hätten auf die Preise gedrückt, so die FAO. AgE

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