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Geflügelfleisch aus Brasilien: Audit macht den Weg frei

5. Oktober 2026

Brasilien dürfte in absehbarer Zeit wieder Geflügelfleisch und Honig in die Europäische Union liefern. Darauf lassen die Ergebnisse eines Audits schließen, den die EU-Kommission am Montag (28.9.) veröffentlicht hat. Demnach kann das brasilianische System sicherstellen, dass bei der Erzeugung von Ware, die für den Export in die EU bestimmt ist, keine Antibiotika zur Leistungssteigerung eingesetzt werden.

Foto: pixabay

Der rechtliche Rahmen, die Ausbildung der Kontrolleure und die amtliche Überwachung seien geeignet, die erforderlichen Garantien im Sinne des EU-Rechts zu erbringen, heißt es im Prüfbericht. Obwohl die Kontrollsysteme erst vor Kurzem eingerichtet worden seien, arbeiteten sie in beiden Sektoren effektiv. Somit gebe es für die Zertifikate der zuständigen Behörden eine solide Basis.

Abschließend grünes Licht erhält Brasilien allerdings erst, wenn die Mitgliedstaaten im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) zustimmen. Sofern keine Sitzung außer der Reihe angesetzt wird, kommt das zuständige Gremium das nächste Mal am 20. und 21. Oktober zusammen. Sollte bei dieser Gelegenheit nicht entschieden werden, bietet sich am 16. und 17. November die nächste Möglichkeit.

Weltgrößter Exporteur

Laut dem Prüfbericht ist Brasilien der weltweit größte Exporteur von Geflügelfleisch und das drittgrößte Erzeugerland. 2025 belief sich die Produktion von Hühnerfleisch auf 15,3 Mio. Tonnen, davon wurden 5,3 Mio. Tonnen ins Ausland verkauft. 2024 importierte die EU den Angaben der Kommission zufolge 286.936 Tonnen Schlachtgewicht brasilianisches Geflügelfleisch. Das entsprach 32% der Einfuhren aus Drittstaaten; Brasilien war damit der bedeutendste Lieferant. Nach dem Ausbruch der Geflügelpest im Mai 2025 hatten mehrere Länder ihre Einfuhren gestoppt, darunter auch die EU.

Die brasilianische Honigproduktion liegt dem Prüfbericht zufolge in der Größenordnung von 67.000 Tonnen pro Jahr. Mehr als die Hälfte davon geht in den Export. 2025 wurden in die EU 1.974 Tonnen Honig aus Brasilien eingeführt.

Keine Bewegung beim Rindfleisch

Für brasilianisches Rindfleisch dürfte der EU-Markt derweil noch einige Zeit geschlossen bleiben. Die dortigen Exporteure hegen zwar die Hoffnung, im kommenden Jahr wieder liefern zu dürfen. Aktuell hat die EU-Kommission offenbar aber nicht vor, die dortigen Kontrollsysteme zeitnah zu überprüfen. Das hat der Direktor der zuständigen Abteilung in der Generaldirektion Gesundheit (DG SANTE), Eric Thevenard, bei einer Anhörung im Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments angedeutet. Er verwies auf den ungefähr zweijährigen Produktionszyklus bei Rindfleisch. Innerhalb der nächsten beiden Jahre sollte es keine Lieferungen geben, so Thevenards Einschätzung.

Laut dem Kommissionsbeamten muss die brasilianische Rindfleischerzeugung zudem noch einen weiteren Audit in Bezug auf den Einsatz von Hormonen in der Mast absolvieren, konkret geht es um 17β-Östradiol. Diese Prüfung liegt allerdings erst mal auf Eis. Man werde keine personellen und finanziellen Ressourcen aufwenden, um etwas zu prüfen, das nicht gehandelt werde, betonte Thevenard. Nach seinen Angaben wird die EU im kommenden Jahr insgesamt etwa 60 Audits in Drittstaaten durchführen, davon sollen fünf den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung untersuchen. AgE

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