FrieslandCampina: Milchüberschuss drückt das Ergebnis

Das hohe Milchangebot und die niedrigen Preise für Basismolkereiprodukte haben der niederländischen Royal FrieslandCampina (RFC) das Ergebnis für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2026 verhagelt. Nach Angaben des Konzerns wurde ein Betriebsergebnis von 269 Mio. Euro erzielt; im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von 26%. Das Nettoergebnis fiel mit 138 Mio. Euro sogar 40% schlechter aus. Der Gesamtumsatz belief sich auf etwa 6,8 Mrd. Euro und blieb gegenüber der ersten Jahreshälfte 2025 nahezu stabil.
FrieslandCampina verzeichnete im ersten Geschäftshalbjahr einen kräftigen Anstieg der Milchanlieferungen. Diese legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,5% auf 5,443 Mrd. Kilogramm zu. Mehr als die Hälfte dieses Anstiegs ist dem Unternehmen zufolge auf die Fusion mit Milcobel zurückzuführen. Der Garantiepreis lag im Schnitt bei 40,49 Euro pro 100 Kilogramm Milch, der Pro-Forma-Milchpreis bei 43,09 Euro pro 100 Kilogramm Milch. Im ersten Halbjahr 2025 waren noch 55,63 Euro beziehungsweise 59,66 Euro gezahlt worden.
Starkes Marktungleichgewicht
Laut CEO Jan Derck van Karnebeek herrschte im Berichtszeitraum auf dem Markt für Molkereiprodukte ein sehr starkes Ungleichgewicht. Weltweit sei das Milchaufkommen hoch gewesen, die Nachfrage nach Basismolkereiprodukten hingegen geringer. In Nordwesteuropa habe das Milchangebot die verfügbare Verarbeitungskapazität überschritten, wodurch zusätzliche Mengen nicht immer zu Produkten mit der höchsten Wertschöpfung verarbeitet worden seien. Es habe aber auch positive Entwicklungen gegeben, so van Karnebeek. Die Proteinmärkte hätten sich stark entwickelt, und die Fokussierung auf Produkte mit höherer Wertschöpfung habe sich ausgezahlt. Zusammen mit Kosteneinsparungen sei es dadurch gelungen, den Druck auf das Betriebsergebnis teilweise auszugleichen.
Betriebsergebnis soll steigen
FrieslandCampina erwartet für die zweite Jahreshälfte 2026 ein weiteres Mengenwachstum, vor allem in den Segmenten mit höherer Wertschöpfung. Unterstützung sollte es durch einen günstigen Markt für hochwertige Proteine geben. Daher dürfte das Betriebsergebnis höher ausfallen als im ersten Halbjahr. Der Konzern geht davon aus, dass sich die Märkte für Basismolkereiprodukte stabilisieren könnten; allerdings reagierten Gewinnspannen und Betriebsergebnisse unter anderem auf extreme Witterungsbedingungen, Preisschwankungen sowie geopolitische Spannungen. AgE