Krisenmanagement verbessert

Die deutsche Ernährungsindustrie hat ihre Lehren aus den Krisen der vergangenen Jahre gezogen. Strukturen wurden angepasst, Lieferketten breiter aufgestellt und das Risiko- und Krisenmanagement deutlich professionalisiert. Das zeigt eine aktuelle Studie, durchgeführt von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der AFC Risk & Crisis Consult GmbH (AFC).
Demnach ist die hiesige Ernährungsbranche beim klassischen Krisenmanagement inzwischen breit aufgestellt. 97% der befragten Unternehmen seien auf Produktkrisen vorbereitet, 81% auf betriebliche Krisen und 66% auf Compliance-Krisen, aber nur jedes zweite auf Reputationskrisen. Auch bei den entsprechenden Ablaufplänen zeige sich noch Nachholbedarf, insbesondere für Reputations- und Compliance-Krisen. Deutlich weniger etabliert sei ein umfassendes betriebliches Resilienzmanagement.
Anforderungen verändern sich
Die Ergebnisse machten zugleich deutlich, dass sich die Anforderungen an ein modernes Krisenmanagement verändern, heißt es in der Studie. Neben technischen Lösungen komme es zunehmend darauf an, Resilienz als strategische und unternehmensweite Aufgabe zu verstehen. Dazu gehörten belastbare Lieferketten, eine vorausschauende Beschaffungsstrategie und Lieferkettensteuerung, widerstandsfähige IT-Systeme sowie Food Defense. Ebenso entscheidend seien organisatorische Strukturen, qualifiziertes Personal, Frühwarnsysteme und eine systematische Vorbereitung auf den Ernstfall.
Die Studie zeigt außerdem eine deutliche Verschiebung der Risiken entlang der Lieferketten. Während in den vergangenen Jahren vor allem die Verfügbarkeit von Rohwaren im Mittelpunkt gestanden habe, sei inzwischen deren Verteuerung die größte Herausforderung. 81% der befragten Unternehmen seien mit steigenden Beschaffungskosten konfrontiert. Von 65% werde eine verminderte Rohwarenverfügbarkeit genannt, von 57% verlängerte Lieferzeiten. Darüber hinaus gebe es mehr Unsicherheiten bei langfristigen Investitionen. AgE