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Schwarzmeer-Korridor: EU drängt auf Wiederherstellung

29. September 2026

Die EU sorgt sich um die globale Ernährungssicherheit und bemüht sich weiterhin um eine Wiederherstellung der Exportrouten über das Schwarze Meer. Die Hohe Beauftragte für Außenpolitik, Kaja Kallas, forderte jetzt am Rande der UN-Generalversammlung in New York ein Moratorium, um die Angriffe zu stoppen. Hauptziel sei es, Risiken für zivile Schiffe, Häfen und die Getreideinfrastruktur zu verringern und Bedingungen für sichere Lieferungen landwirtschaftlicher Produkte über das Schwarze Meer zu schaffen. „Alternative Routen können den Seekorridor nicht vollständig ersetzen“, betonte Kallas.

Foto: pixabay

Mit ihrem Vorstoß ist die EU nicht allein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies in New York darauf hin, dass auch Ägypten, Indien und die Türkei Maßnahmen zur Überwindung der Blockade des Schwarzen Meeres vorgeschlagen hätten. Laut dem türkischen Außenminister Hakan Fidan hat Ankara kürzlich die diplomatischen Bemühungen verstärkt, eine Einigung über die Lage im Schwarzen Meer zu erzielen. Fidan gab sich optimistisch – mit dem notwendigen politischen Willen könnte eine Grundlage für einen Kompromiss gefunden werden.

Polnischer Zoll sorgt für Unmut

Brüssel unterstützt weiterhin alternative Wege für den Export ukrainischer Agrarprodukte sowie den Ausbau zusätzlicher Getreidelagerkapazitäten. Für Unmut in der Ukraine sorgt derweil der polnische Zoll. Laut der Ukrainischen Getreidevereinigung (UGA) wurde auf einer wichtigen Verbindungslinie die Nutzung von Zolllagern und Silos zur vorübergehenden Lagerung von ukrainischem Getreide untersagt, allerdings nur mündlich. Verlangt werde, das Getreide direkt von Wagen zu Wagen zu verladen.

Die UGA warnte, dass dieses Verbot die ukrainischen Agrarexporte erheblich erschweren könnte. Ukrainisches Getreide, das in Breitspurwagen ankomme, müsse zwingend in Waggons europäischer Spurweite umgeladen werden. Zolllager und Silos hätten die Funktion eines logistischen Puffers, der es ermögliche, den Umschlag und den Weitertransport des Getreides an Endkäufer in EU-Ländern und anderen Märkten zu synchronisieren. Der Verband forderte Politiker beider Seiten auf, in den Dialog zu treten und das Problem zu lösen.

Mangel an Exportkapazitäten

Nach Angaben der Plattform Agroportal wird in der Ukraine bei Getreide und Ölsaaten eine Ernte von insgesamt 84,5 Mio. Tonnen erwartet; das Exportziel liege bei mehr als 50 Mio. Tonnen. Die ohnehin schwierige Exportsituation werde mit der Ernte der späten Getreidesorte noch komplizierter. Hinzu kämen Überhangbestände aus dem Vorjahr, die auf fast 13 Mio. Tonnen geschätzt würden.

Die wichtigsten Korridore für den Export landwirtschaftlicher Produkte sind derzeit die Donau und die westlichen Grenzübergänge. Dort sind die Kapazitäten allerdings sehr begrenzt. Vor der Blockade der Schwarzmeerhäfen und -routen wurden über diese Wege weniger als 10% des gesamten Exportgetreides transportiert. AgE

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