Seit 1879 Lebensmittelindustrie und Milchwirtschaft

EU-Handelsabkommen mit den Philippinen

29. September 2026

Die „substanzielle Einigung“ zwischen der EU-Kommission und den Philippinen auf ein Handelsabkommen wird im Agrarsektor begrüßt. Die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Stefanie Sabet, wertet die vorläufige Übereinkunft als wichtigen Schritt. Gegenüber AGRA Europe sagte sie, dies stärke die Handelsbeziehungen der EU im asiatischen Raum. Ähnlich äußerte sich der Europäische Verband des Handels mit Milchprodukten (Eucolait).

Foto: Pixabay

Wie man sich auf politischer Ebene final geeinigt hat, soll erst im November vorgestellt werden. Laut Kommissionskreisen soll die Landwirtschaft von Zollpräferenzen profitieren, etwa bei Milchprodukten und Schweinefleisch. Sensible Bereiche wie Reis, Rindfleisch und Zucker sollen ausgenommen bleiben. Rat und Europaparlament müssen dem Abkommen noch zustimmen. Die Ratifizierung dürfte ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Die Philippinen sind Nettoimporteur von Lebensmitteln, weshalb Sabet die deutsche Landwirtschaft als verlässlichen Partner für die Versorgung mit hochwertigen Erzeugnissen ins Spiel brachte. Erst im Frühjahr hatten die Philippinen ihren Markt wieder für deutsches Schweinefleisch geöffnet. Vor diesem Hintergrund begrüßt die DBV-Generalsekretärin ausdrücklich, dass sich die handelspolitischen Rahmenbedingungen nun weiter verbessern.

Hoffnung auf besseren Zugang

Nach Einschätzung von Eucolait erhält der EU-Milchsektor durch das Abkommen besseren Zugang zu einem der dynamischsten Märkte der Region. Die EU-Exporteure hätten dann die gleichen Wettbewerbsbedingungen wie ihre wichtigsten Konkurrenten.

Die Philippinen können ihren Eigenbedarf an Milch nur zu etwa 1% selbst decken, weshalb das Land stark auf Importe angewiesen ist. Laut dem Branchenverband Eucolait gehören Magermilch- und Molkenpulver, Käse, Butterfett sowie Kondens- und Trinkmilch zu den wichtigsten Produktgruppen. Für die europäische Milchwirtschaft ist der Inselstaat ein bedeutender Partner: Als zehntgrößter Absatzmarkt für EU-Milchprodukte importierte das Land im Jahr 2025 Waren im Wert von über 400 Mio. Euro. Innerhalb Südostasiens sind die Philippinen damit nach Indonesien und Malaysia der drittgrößte Importmarkt.

Handel rechnet mit Abschaffung der Zölle

Die philippinischen Einfuhrzölle auf Milchprodukte sind bereits vergleichsweise niedrig und bewegen sich derzeit zwischen 1 % und 7 %, während Molke sogar komplett zollfrei eingeführt werden kann. Der Branchenverband Eucolait geht fest davon aus, dass  die verbleibenden Zölle mit Abschluss des Handelsabkommens vollständig abschafft werden. Darüber hinaus erhofft sich der Verband von dem Abkommen einen verlässlichen Rahmen, um gesundheitspolizeiliche sowie technische Handelshemmnisse effektiv abzubauen. AgE

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